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Säure-Basen-Haushalt
Schluss mit sauer!
„Wenn ich sehe, was wir üblicherweise essen, wie viel Kaffee, Zucker, Weißmehl und Alkohol konsumiert werden, sollte sich eigentlich jeder über seinen Säure-Basen-Haushalt Gedanken machen", bemerkt die Ernährungswissenschaftlerin Jakoba Blechschmied. Sie leitet seit vielen Jahren Seminare an der Akademie für gesundes Leben in Oberursel zum Thema. Die heutigen Ernährungsgewohnheiten, vor allem wenig Frisches, zu viel Eiweiß und fehlende Flüssigkeit, erklärt sie, erzeugten einen Säureüberschuss im Stoffwechsel - eine Ansicht, die nicht unbedingt von der Naturwissenschaft geteilt wird. Denn diese hält die körpereigenen Puffersysteme in der Regel für ausreichend, um anfallende Säuren zu neutralisieren und über die Nieren und die Lunge auszuscheiden. Die Naturheilkunde zieht noch andere Möglichkeiten in Betracht, Endprodukte des Stoffwechsels zu „entsorgen". Vor allem Bindegewebe und Gelenke können betroffen sein. Deshalb sehen ganzheitlich ausgerichtete Ärzte in einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt das A und O des Wohlbefindens.
Grundsätzlich gilt, dass nicht ein einzelnes Lebensmittel betrachtet werden muss, sondern es auf die vernünftige Ausrichtung des Speisezettels ankommt. „Obst, Gemüse und Kartoffeln sind tendenziell basisch, Fleisch, Wurst, Käse und Zucker dagegen eher sauer", bringt es Jakoba Blechschmied auf den Punkt. Wenn man es recht bedenkt, ist eine Ernährung, die den Säure-Basen-Haushalt positiv beeinflusst, nichts anderes als eine gesunde Kost mit viel Obst und Gemüse, wie sie von Vertretern der Vollwertrichtung bereits seit Jahrzehnten empfohlen wird. Die Grundzüge einer solchen Ernährungsweise finden sich auch in der Ratgeberbroschüre „Gesund genießen", die es gegen Schutzgebühr im Reformhaus Bacher gibt.
Aber: Es kommt nicht nur darauf an, was man isst, sondern - das ist mindestens genauso wichtig - was und wie viel man trinkt. „Viel Wasser, am besten kohlensäurearme Sorten, basenreiche Kräutertees und Molke", empfiehlt die Expertin Jakoba Blechschmied. Gemüsesaft kann zwischendurch oder zu den Mahlzeiten mit günstigen Mineralstoffen versorgen.
Wer diese Eckpunkte beachtet, schafft eine gute Basis für mehr Ausgeglichenheit und Wohlbefinden. Zusätzlich können spezielle Mineralstoffmischungen und Frischpflanzensäfte für mehr basische Anteile im Stoffwechsel sorgen. In einem ganzheitlichen Gesundheitsansatz darf natürlich auch moderates Bewegungstraining nicht fehlen.
Gute Sicht!
Vom Zeitungslesen beim Frühstück bis zur Spätsendung im Fernsehen - unsere Augen werden ständig gefordert. Kein Wunder, dass sie häufig müde und überanstrengt sind. Doch dagegen lässt sich etwas tun. Und es gibt sogar Mittel und Wege, die die Sehkraft fördern und Augenleiden vorbeugen helfen.
Mehr als die Hälfte der Menschen in der westlichen Welt leidet unter Sehschwächen und benötigt irgendwann eine Brille - Tendenz steigend. Nicht nur Fehlsichtigkeiten beeinflussen das Sehvermögen. Trockenheitsgefühl, Drücken, Brennen, Lichtempfindlichkeit und müde Augen sind Zeichen des „Trockenen Auges" . Oft liegen die Hauptursachen im Alltag: Rauch und Staub reißen den Tränenfilm auf, Stress und Bildschirmarbeit lassen das Auge den befeuchtenden Lidschlag vergessen. Trockene Büroluft und Lüftungen bringen den Tränenfilm zusätzlich zum Verdunsten. Auch Vitamin- A-Mangel kann die Ursache sein.
Beim Grauen Star (Katarakt) wird die Sicht durch die langsam fortschreitende Eintrübung der Augenlinse verschwommen. Licht- und Blendungsempfindlichkeit nehmen zu. Beim Grünen Star (Glaukom) lässt erhöhter Augeninnendruck das Auge hart werden und schädigt den Sehnerv. Die häufigste Ursache für zunehmende Sehschwächen im Alter aber ist die so genannte Makuladegeneration , bei der die Sehsinneszellen der Netzhaut (Makula) vor allem durch eine verschlechterte Durchblutung zugrunde gehen. Die zentrale Sehschärfe geht zurück, während das äußere Gesichtsfeld schärfer bleibt.
Neben natürlichen Alterungsprozessen trübt auch Stress die scharfe Sicht. Alltagshektik, lange Autofahrten und stundenlange Fernseh- und Computersitzungen überfordern die Augen - direkt und indirekt über die Psyche. Eine Sehschwäche kommt und geht in leichter Form aber auch in Verbindung mit emotionaler oder geistiger Anspannung. Mit Entspannungsübungen, wie dem Autogenen Training, aber auch mit speziellen Übungen und Massagen für die Augen lassen sich viele Fehlsichtigkeiten günstig beeinflussen - wenn auch nicht beheben.
Das Auge isst mit
Augenprobleme, wie Netzhautschäden, Altersweitsichtigkeit oder der Graue Star, haben wenig mit der Psyche zu tun und lassen sich nicht wegtrainieren. Dafür können hier vitaminreiche Kost und gesunde Lebensführung vorbeugen. Als Beispiel sei hier die altersbedingte Makuladegeneration genannt. „Radikalfänger" schützen die Netzhaut und die versorgenden Blutgefäße und zahlreiche andere Mikronährstoffe sorgen für gesunde Sehsinneszellen. Auch die Nachtblindheit, bei der schlecht funktionierende Stäbchen-Sinneszellen das Dämmerungssehen einschränken, lässt sich durch gezielte Versorgung mit Mikronährstoffen positiv beeinflussen. Solche Schutzstoffe sind vor allem die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin, Beta-Carotin, der Pflanzenfarbstoff Anthocyan, die Docosahexaensäure, die zu den Omega-3-Fettsäuren gehört, und schließlich Vitamin C und E, die im Körper als hochwirksame Radikalfänger fungieren.
Für eine gute Augenversorgung müssen dem Körper täglich alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge zugeführt werden. Essen Sie viel frisches Obst und Gemüse und ein- bis zweimal pro Woche Fisch. Alkohol ist in Maßen erlaubt, auf Nikotin sollten Sie verzichten. Zu viel tierisches Eiweiß fördert das Risiko der Linsentrübung. Wissenschaftliche Studien belegen, dass ein hoher Obstkonsum z. B. das Risiko für Makuladegeneration um fast 40 Prozent senken kann.
Im Alter und auch bei besonderer Beanspruchung der Augen ist der Bedarf an Schutzstoffen erhöht. Um auch dann eine gute Versorgung zu sichern, hält Ihr Reformhaus Bacher spezielle Arzneien und Nahrungsergänzungsmittel mit den wichtigsten Mikronährstoffen für das Auge bereit. Achten Sie am Computer oder Fernsehen auf den richtigen Bildschirmabstand und begrenzen Sie die Zeiten auf das Nötigste. Helfen Sie Ihren Augen auch beim Lesen und Arbeiten mit guter Beleuchtung und tragen Sie bei starker Sonneneinstrahlung immer eine Sonnenbrille mit UV-Schutz (auch Kinder) - so behalten Sie lange den „Durchblick".
Blasenentzündungen
Ein leidiges Problem
Schon komisch! Der gemeine Schnupfen ist immer für einen salonfähigen Gesprächsstoff gut. Doch das Thema Blasenentzündung liegt bekanntermaßen "unterhalb der Gürtellinie". Darüber spricht sich's nicht so leicht. Dabei hat fast jeder Erfahrungen am eigenen Leib gemacht. Unsere Immunabwehr wird durch Kälte, Nässe, chronisch kalte Füße oder auch durch nasse Badesachen herabgesetzt. Ein Fest für Bakterien und Keime, die sich kurzerhand in der Blase und den Harnwegen einnisten. Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen. Hier drei wertvolle Tipps zur Vorbeugung und Linderung. Falls die Beschwerden zu heftig sind oder andauern, unbedingt zum Arzt!
1 Beckenbodengymnastik
Schwaches Bindegewebe und verhärtete Beckenbodenmuskeln können krampfartige Schmerzen bei einem Harninfekt verschlimmern. Sogar Blasenschwäche kann als Folge eines schlaffen Beckenbodens entstehen. Der Beckenboden bietet den Harnorganen Schutz. Er hat zugleich eine Trage- und Verschlussfunktion. Ein schwaches Becken jedoch lässt die Unterleibsorgane nach unten sinken und ungewolltes "Tröpfeln" ist die Folge. Auch hier haben sich die Kürbiskerne (zum Beispiel auch als Kapseln) bewährt. Sie kräftigen den Blasenmuskel und wirken krampflösend. Das hilft außerdem: Rückenlage, Beine aufstellen, Hände flach auf den Bauch legen. Entspannen Sie sich. Ruhig und tief atmen. Beim Ausatmen wird der Beckenboden in den Bauchraum gezogen, beim Einatmen löst sich die Spannung wieder. Regelmäßig wiederholen.
2 Teatime
Bakterien keine Chance! Wie? Durchspülen ist angesagt. Dafür eignen sich zum Beispiel Teezubereitungen aus Zinnkraut und Riesengoldrutenkraut. Das Zinnkraut, auch Schachtelhalm genannt, enthält viel Kieselsäure, die das Bindegewebe kräftigt. Entzündungshemmend und harntreibend wirken auch die sekundären Pflanzenstoffe der Goldrute. Das Kraut hat zudem krampflösende Eigenschaften und mindert den Druck auf die Blase. Für Eilige gibt es auch den fertig gemischten Nieren-Blasentee im Beutel.
Wichtig: Wer Probleme mit Ödemen (Wasseransammlungen) hat - zum Beispiel in den Beinen - sollte sich vor Durchspülungstherapien hüten!
3 Bärenstarke Beeren
Die gesundheitsfördernden Eigenschaften der nordamerikanischen Cranberry, einer Verwandten unserer Preiselbeere, sind in den USA schon lange bekannt. Die Indianer nutzten Cranberries zum Heilen von Wunden. Seefahrer hatten stets einen Beutel Cranberries an Bord, um sich auf ihren langen Reisen vor Skorbut zu schützen. Die harnwegdesinfizierenden Inhaltsstoffe (Gerb- und Mineralstoffe, Vitamine, Antioxidantien) der Beere sind als Kapseln – auch zusammen mit Blueberry (Heidelbeere) – oder als Saft erhältlich. Die Cranberry-Blüte erinnerte die Pilgrim Fathers (nordamerikanische Siedler) um 1620 an den Kopf eines Kranichs. Daher nannten sie die Frucht Crane Berry, woraus später Cranberry wurde.
Stichwort: Cholesterin
Themenbereich: Lebensmittelinhaltsstoffe
Cholesterin ist eine geschmack- und geruchlose fettähnliche Substanz. Es ist aus vier chemischen Ringstrukturen, dem Sterangerüst, aufgebaut und gehört zur Stoffklasse der Steroide. Cholesterin wird kalorisch nicht bewertet und unterscheidet sich auch darin von den Fetten (Triglyceriden).
Funktion:
- Cholesterin ist ein lebenswichtiger Bestandteil des tierischen Organismus
- Grundbaustein der Zellmembranen (Elastizität, Stütz- und Gerüstfunktion)
- Grundbaustein zum Aufbau von Gallensäuren
- Grundbaustein zum Aufbau von Nebennierenhormonen
- (Cortisol, Aldosteron) und von Sexualhormonen
- Grundbaustein zum Aufbau von Vitamin D3
Stoffwechsel:
Cholesterin wird vorwiegend in der Leber gebildet, kleinere Mengen auch im Darm und in den Zellen. Durch diese Eigensynthese ist der Mensch nicht auf die Zufuhr durch die Nahrung angewiesen. Bei erhöhter Zufuhr werden beim gesunden Menschen die Aufnahme (Resorption) und Eigensynthese von Cholesterin vermindert.
Transport - "gutes und böses Cholesterin":
Cholesterin wird im Blut in so genannten Fett-Eiweiß-Komplexen (Lipoproteinen) transportiert, hauptsächlich in der LDL-Fraktion. Eine auf Dauer erhöhte Cholesterinkonzentration im Blut erhöht das Risiko arteriosklerotischer Gefäßerkrankungen - "Risikofaktor LDL" ( Arteriosklerose ). Die HDL-Fraktion, auch ein Lipoprotein, kann überschüssiges Cholesterin im Körper entsorgen und wird daher als "Schutzfaktor HDL" gesehen.
Oxidiertes Cholesterin:
LDL wie auch Cholesterin sind durch Oxydation (Radikale) veränderbar und wirken in dieser Form arteriosklerosebeschleunigend. Körpereigene Enzyme (z.B. Glutathionperoxidase) und Vitamin E, Vitamin C, Vitamin A, und beta-Carotin wirken dieser Oxydation entgegen (Arteriosklerose).
Ausscheidung:
Die Ausscheidung von Cholesterin aus dem Körper erfolgt zu etwa 90% über die Galle in Form von Gallensäuren, der Rest in Form von freiem Cholesterin in der Galle, über die Haut und in Form von Hormonen über den Urin.
Cholesterinaufnahme:
Die empfohlene Zufuhr von Cholesterin durch die Nahrung liegt zwischen 0 und 300 mg/Tag. Die tatsächliche durchschnittliche Aufnahme liegt bei 500 - 750 mg/Tag. Die Cholesterinwerte im Blut sollten nach der derzeitigen Auffassung bei Kindern und Erwachsenen möglichst unter 200 mg/100 ml Blut liegen. Beim Menschen über 60 Jahren werden Toleranzen gegeben, sofern nicht andere Arteriosklerosefaktoren zugleich auftreten (Arteriosklerose). Erfahrungsgemäß sind Cholesterinwerte bis etwa 280 mg/dl durch Verhalten und Ernährung korrigierbar.
Hoher Cholesterinspiegel:
Über die Ernährung:
Eine dauerhaft erhöhte Zufuhr von Kalorien (Fett, gesättigten Fettsäuren, cholesterinreichen Nahrungsmitteln, zuckerreichen Nahrungsmitteln) kann besonders bei erblich belasteten Menschen zu erhöhten Blutcholesterinwerten führen (Fettstoffwechselstörungen). Auch ein Mangel an löslichen Ballaststoffen begünstigt den Anstieg des Cholesterinspiegels.
Erblich bedingt:
Bei manchen Menschen kommt es genetisch bedingt zur Störung des Cholesterinhaushaltes. Dies kann folgende Ursachen haben:
- nicht steuerbare Überproduktion von Cholesterin
- Rezeptordefekt: Cholesterin kann dann nicht von den Zellen aufgenommen werden
- eine Totalresorption des Nahrungscholesterins
Pflanzliche Lebensmittel sind praktisch cholesterinfrei. Kleinste Spuren lassen sich in manchen Nahrungsmitteln heute mit den modernsten Analysemethoden nachweisen, diese Mengen spielen aber in der Ernährung keine Rolle.
Aktiver Darmschutz
Zu oft wird der Darm vernachlässigt und für viele ist das "unappetitliche Thema" leider ganz Tabu. Im Darmkrebsmonat März bekommt unser längstes Organ endlich etwas von der Beachtung, die es verdient. Denn wer seinen Darm gesund erhält, schützt sich nicht nur vor ernsten Erkrankungen, sondern sorgt gleichzeitig für mehr Wohlbefinden und Vitalität.
Der Darm übt seine vielfältigen Funktionen nicht alleine aus, sondern braucht die Hilfe unzähliger Mikroorganismen, die sich innerhalb der ersten Lebensjahre, besonders im Dickdarm, ansiedeln. Je besser sich die Bakterienflora ausbildet, desto gesünder entwickelt sich der Säugling. Beim Erwachsenen hat die Ernährung ebenfalls entscheidenden Einfluss auf das Gleichgewicht der Darmflora. Die Bakterien nutzen die Ballaststoffe, die vom Dünndarm unverdaut in den Dickdarm gelangen. Nimmt der Mensch zu wenige davon auf, vermindert sich die Zahl der guten Milchsäurebakterien und Organismen wie Fäulnisbakterien, Hefepilze (z. B. Candida albicans) oder andere Krankheitserreger können sich ausbreiten. Außerdem nimmt das Stuhlvolumen ab, was zu Verstopfung, Divertikulose oder Hämorriden führen kann. Auch Reizdarm und Darmkrebs sind unter anderem auf ein Ungleichgewicht der Darmflora zurückzuführen.
Wer folgende Punkte beachtet, unterstützt einen gesunden, leistungsfähigen Darm, eine gute Verdauung und sorgt so für mehr Wohlbefinden.
Viel Frisches
Obst und Gemüse bringen nicht nur bunte Abwechslung auf den Tisch. Sie sind außerdem kleine Vitaminwunder und versorgen den Körper mit vielen Schutzstoffen. Die so genannten sekundären Pflanzenstoffe halten die Zellen jung und sollen das Gewebe sogar teilweise direkt vor der Entstehung von Krebszellen schützen. Als besonders günstig gelten viele Kohlarten, Tomaten, Zwiebeln, Sojabohnen, Beeren und Zitrusfrüchte. Außerdem liefert grüner Tee oder ein Gläschen Rotwein eine Extraportion der wertvollen Schutzstoffe.
Ballast ist gefragt
Faserstoffe aus der Pflanzenkost haben gleich zwei Vorteile: Sie erhalten ein günstiges Bakteriengleichgewicht, da sie diesen als Nahrungsquelle zur Verfügung stehen und dienen außerdem als wichtige Quellstoffe, um das Stuhlvolumen zu erhöhen. Das beschleunigt die Darmpassage, verhindert Verstopfung und einen zu langen Kontakt von krebserregenden Stoffen mit der Darmwand. Besonders reichlich enthalten sind Ballaststoffe in Vollkorngetreide, Kleie, Flohsamen, Hülsenfrüchten, Nüssen, Trockenfrüchten sowie Obst und Gemüse. Zu den ganz besonderen Ballaststoffen gehören Inulin und Oligofructose. Diese stammen aus der Chicorée (Zichorien)-Wurzel oder Topinambur und fördern gezielt das Wachstum der gesunden Milchsäurebakterien. Zahlreiche Darmpflegeprodukte mit diesen Ballaststoffen - in der Fachsprache als Prebiotika bekannt - sind im Reformhaus erhältlich.
Aktiver Darmschutz
Ein ganz besonderes Schmankerl für einen gesunden Darm liefern Produkte wie Naturjoghurt, Kefir, saure Molke oder Frischkost-Sauerkraut mit L(+)-Milchsäure. Denn in diesen Lebensmitteln tummeln sich die positiven Milchsäurebakterien, die auch der Darmflora gute Dienste erweisen. Ganz spezielle, darmgesunde Lactobazillen und Bifidusbakterien sind außerdem in verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln aus dem Reformhaus in hoher Konzentration enthalten. Diese "probiotischen" Keime gelten als besonders zäh und überstehen die Darmpassage bis in den Dickdarm. Dort unterstützen sie die Arbeit der körpereigenen Mikroorganismen. Die probiotisch wirkende Spezialhefe Saccharomyces cerevisiae Hansen steckt ebenfalls in Produkten zur Darmpflege.
Nervös, angespannt, ängstlich?
Immer mehr Menschen sind betroffen
Angst vor Arbeitslosigkeit, Geldsorgen, Probleme in der Partnerschaft, der Verlust eines geliebten Menschen, Stress und Überforderung. Es sind viele Faktoren, die das seelische Wohlbefinden beeinträchtigen können. Gerade eine zunehmend von Anonymität geprägte Gesellschaft, in der zumeist der sichere Rückhalt der Großfamilie fehlt, macht uns verletzlicher und lässt uns mit Problemen oft allein. Auch der Druck, im Alltag funktionieren zu müssen, ist größer geworden. So gesehen ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen im Laufe ihres Lebens Phasen haben, in der die Lebensfreude deutlich getrübt ist.
Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Denn begünstigt wird die Entstehung solcher Stimmungstiefs durch hormonelle Schwankungen und die Doppel- und Dreifachbelastung mit Beruf, Familie und Haushalt. Aber auch immer mehr Männer fühlen sich den täglichen Anforderungen zeitweise nicht mehr gewachsen.
Wichtig zu wissen ist: Diese Lebensphasen können jeden treffen und sind nicht das Ergebnis persönlichen Versagens oder einer Charakterschwäche. Wer diese Phasen frühzeitig erkennt und durch eine spezifische diätetische Behandlung seinen Körper unterstützt, kann ein Fortschreiten der Erscheinungen angehen, mit dem Ziel, seine gewohnte Energie und Lebensfreude wieder zu verbessern.
Wieviel Traurigkeit ist normal?
Jeder hat mal einen schlechten Tag, fühlt sich niedergeschlagen und lustlos. Bereits dann von einer leichten depressiven Verstimmung zu sprechen, wäre sicherlich falsch und übertrieben. Wie also merkt man, ob es sich nur um einen Durchhänger oder um ein anhaltendes Stimmungstief handelt? Wie viel Traurigkeit ist normal?
Die Antwort ist: So unterschiedlich wie die Auslöser sind auch die Anzeichen. Viele Menschen fühlen sich einfach grundlos traurig und niedergeschlagen. Dinge, die vorher Spaß gemacht haben, sind einem plötzlich völlig gleichgültig. Man hat zu nichts Lust und möchte sich am liebsten verkriechen. Oft ist das Selbstwertgefühl beeinträchtigt, man traut sich weniger zu und steht auch der Zukunft eher pessimistisch gegenüber. Manchmal stellen sich Spannungsgefühle in der Brust ein und Ängste werden spürbar. Auch körperliche Symptome wie nervöse Unruhe, schlechter Schlaf, Appetitlosigkeit und sexuelles Desinteresse können erste Zeichen einer anhaltenden Phase leichter Verstimmungen sein. Meist sind es mehrere Symptome zusammen, die einen Hinweis dafür liefern, dass die Seele Hilfe braucht.
Zur Bewertung von Stimmungstiefs dient in der Wissenschaft die Bewertungs- Skala nach Hamilton. Dabei wird die Schwere verschiedener Anzeichen von Experten selbst mit Hilfe von Fragen eingeschätzt. Eine schwere oder lang anhaltende depressive Verstimmung gehört in die Hände eines Facharztes und kann meist nur mit Medikamenten und Psychotherapie behandelt werden. Stimmungstiefs, wie sie häufig vorkommen, lassen sich jedoch mit natürlichen Mitteln gut behandeln.
Diabetes
Diabetes ist eine Stoffwechselstörung, die durch einen absoluten bzw. relativen Insulinmangel gekennzeichnet ist. Man unterscheidet zwei Formen des Diabetes, Typ I (früher Jugenddiabetes)und Typ II (früher Altersdiabetes). Leitsymptome sind erhöhte Blutzuckerspiegel (Normalwert: 70-120 mg%), Zucker im Harn, Durst, große Harnmengen, Mattigkeit und Kraftlosigkeit.
Ursachen Typ I: Autoimmunerkrankung, Virusinfekte
Der Typ I ist die seltenere Diabetesform (ca. 5 % der Diabetiker). Sie nimmt einen plötzlichen Verlauf. Die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse werden allmählich durch Viren (häufig Mumps-, Röteln-, Masernviren) oder eigene Körperzellen bzw. körpereigene Abwehrstoffe (Autoimmunerkrankung) zerstört. Diese Abwehrstoffe (Inselzellantikörper) können in der Regel schon Jahre vor Ausbruch des Diabetes nachgewiesen werden.
Ursachen Typ II: Übergewicht, starke erbliche Komponente
Während 1940 der Typ II mit 0,4 % in der Gesamtbevölkerung vertreten war, liegt die Quote heute bei 4-5 % mit steigender Tendenz. Rund 95 % der Diabetiker sind Typ II Diabetiker. Hauptursache des Typ II-Diabetes ist das Übergewicht, das bei 90% der Diabetiker vorliegt.
Charakteristisch sind mehr oder weniger lange Latenzstadien mit verborgener Stoffwechselstörung (Glukoseintoleranz), die dem Ausbruch der Krankheit vorausgehen. Aufgrund des erhöhten Fettanteils kommt es zu einer Verschlechterung der Insulinwirkung (Verminderung der Rezeptoren), so dass erhöhte Insulin - und Blutzuckerspiegel gleichzeitig auftreten.
Hohe Insulinspiegel wiederum fördern das Übergewicht. Neben dem übergewichtigen Typ II Diabetiker gibt es den schlanken Typ mit einer verminderten bzw. verzögerten Insulinfreisetzung.
Risiken bei Diabetes:
1. Hyperglykämie (Überzuckerung)
Die Ursachen hierfür sind:
- Diätfehler (zu viel Süßes)
- zu wenig Insulin bzw. Tabletten (vergessen))
- zu wenig Bewegung)
- Krankheit (Fieber, Infektionen))
- emotionale Belastungen, Stress)
Sehr hohe Blutzuckerspiegel können über Müdigkeit, Übelkeit, vertiefter, zwanghafter Atmung zu einem Koma mit tiefer Bewusstlosigkeit führen.
2. Hypoglykämie(Unterzuckerung)
(weniger als 50-60 mg Glucose/100 ml Blut)
Die Ursachen hierfür sind:
- zu viel Insulin bzw. Tabletten
- Spritzabstand zu groß
- (Zwischen)-Mahlzeit ausgelassen
- zu wenig, zu spät gegessen
- Intensive Bewegung
Sehr niedrige Blutzuckerspiegel können über Gereiztheit, Zittern zur Ohnmacht führen.
Ernährung:
Bei Übergewicht reicht eine Gewichtsabnahme häufig aus, um den Stoffwechsel zu verbessern! Das Prinzip der Diabetesdiät besteht in der Auswahl und Berechnung der Kohlenhydrate! Die so genannten "schnellen Kohlenhydrate", d.h. die Kohlenhydrate , die zu erheblichen Blutzuckerspitzen führen, sollen möglichst gemieden werden.
In Deutschland und Österreich werden die Kohlenhydrate in Broteinheiten berechnet.In einer Broteinheit sind 12 g Kohlenhydrate enthalten!
Reformhausangebot für Diabetiker:
Vielzahl vollwertiger, den Blutzuckerspiegel nicht belastender Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Gemüse, insbesondere milchsaure Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, Fette und Öle;
Vielzahl von diätetischen Lebensmitteln für Diabetiker mit Zuckeraustauschstoffen oder Süßstoffen gesüßt;
Naturheilmittel / Nahrungsergänzungsmittel:
Die Spurenelemente Chrom und Zink verbessern die Insulinwirkung bzw. -produktion. Sie sind v.a. beim Typ II zusätzlich zur Diät zu empfehlen.
So genannte Diabetikertees ( Bohnenschale , Löwenzahn u.a.) sind zwar aufgrund ihres Kaliumgehaltes für Diabetiker zu empfehlen, sie führen aber nicht zu einer dauerhaften Senkung des Blutzuckerspiegels, wie häufig berichtet wird.
Buchweizentee ist geeignet zur Stärkung und Elastizitätserhaltung der Blutgefäße, die beim Diabetiker besonders gefährdet sind.
Magnesium : viele Diabetiker haben einen Magnesiummangel; Magnesium ist geeignet zur Vorbeugung von arteriosklerotischen Prozessen, für die Diabetiker besonders anfällig sind.
Vitamin E schützt die beim Diabetiker besonders gefährdeten Blutgefäße, insbesondere die Gefäßwand.
Naturheilmittel / Nahrungsergänzungsmittel:
-
Die Spurenelemente Chrom und Zink verbessern die Insulinwirkung bzw. -produktion. Sie sind v.a. beim Typ II zusätzlich zur Diät zu empfehlen.
So genannte Diabetikertees (Bohnenschale, Löwenzahn u.a.) sind zwar aufgrund ihres Kaliumgehaltes für Diabetiker zu empfehlen, sie führen aber nicht zu einer dauerhaften Senkung des Blutzuckerspiegels, wie häufig berichtet wird.
Buchweizentee ist geeignet zur Stärkung und Elastizitätserhaltung der Blutgefäße, die beim Diabetiker besonders gefährdet sind.
Magnesium: viele Diabetiker haben einen Magnesiummangel; Magnesium ist geeignet zur Vorbeugung von arteriosklerotischen Prozessen, für die Diabetiker besonders anfällig sind.
Vitamin E schützt die beim Diabetiker besonders gefährdeten Blutgefäße, insbesondere die Gefäßwand.
Erkältungskrankheiten Nach der Statistik erkrankt jeder Mensch in Westeuropa sechsmal pro Jahr an einer Erkältung. Eine "Verkühlung", die früher als alleinige Ursache angenommen wurde und zum Begriff Erkältung führte, wird heute nur noch als ein begünstigender Faktor angesehen. In der Medizin wird der Begriff Erkältung als "Sammelbezeichnung für eine infektiöse - meist virusbedingte - banale, katarrhalische Erkrankung der oberen Luftwege definiert."
Ursachen:
- Viren und Bakterien
Die Erkältungskrankheiten werden ausnahmslos durch Viren bzw. Bakterien hervorgerufen, wobei 90% der Primärerkrankungen viraler Natur sind. Es sind mittlerweile über 300 verschiedene Virusarten bekannt, die Infektionen in den oberen Luftwegen hervorrufen können. - Geschwächtes Immunsystem
Eine große Rolle für die Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten spielt der Zustand der Immunabwehr.
Ist das körpereigene Abwehrsystem geschwächt, können Krankheitserreger leichter eindringen und Symptome auslösen. - Trockene oder vorgeschädigte Schleimhäute
Die Leistungsfähigkeit der Schleimhäute als erste Barriere für Krankheitserreger, hängt in hohem Maß von deren Funktionszustand ab. Sind die Schleimhäute zu trocken (Heizungsluft, klimatisierte Räume, mangelnde Flüssigkeitsaufnahme) oder vorgeschädigt (Rauchen, Schadstoffeinwirkung) wird eine Infektion begünstigt.
Symptome und Folgeerscheinungen: Typische Symptome für eine Erkältung sind Schnupfen, Angina mit Entzündungen der Rachenschleimhaut (=Pharyngitis) und der Mandeln (=Tonsillitis), Kehlkopfentzündung (=Laryngitis), Fieber und Husten.
- Der Schnupfen ist eine Nasenschleimhautentzündung (=Rhinitis), die im allgemeinen zu einer Schwellung der Schleimhäute führt verbunden mit einer Übersekretion eines wässrigen bis zähflüssigen Sekrets.
Zu den Erkältungskrankheiten gehört nur die akute Rhinitis (Virusschnupfen, Coryza). Es ist eine meist ohne Fieber verlaufende Infektionskrankheit, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. - Angina (=Einengung) ist der Oberbegriff der entzündlichen Prozesse im Rachenraum. Dazu gehört die Pharyngitis, eine Entzündung der Rachenschleimhaut, die meist mit dem Schnupfen bzw. einer Kehlkopfentzündung einhergeht. Symptome sind Schluckbeschwerden und Fieber mit allgemeiner Mattigkeit. Eine besonders im Kindesalter häufig auftretende Erkrankung im Rachenraum ist die Tonsillitis (=Mandelentzündung). Sie ist fast ausschließlich bakteriell bedingt. Neben den typischen Entzündungsmerkmalen treten hohes Fieber, belegte Zunge sowie Hals- und Schluckbeschwerden auf.
- Laryngitis (=Kehlkopfentzündung); eine Entzündung der Kehlkopfschleimhaut führt zu einem brennenden oder kratzenden Hustenreiz. Die Stimmbänder sind gleichmäßig gerötet, geschwollen und oft von Schleim bedeckt.
Letzteres bedingt die Heiserkeit als auffälligstes Symptom. - Husten (=Tussis) ist im allgemeinen ein schützender Reflex, der auf einen Reiz der Hustenrezeptoren hin erfolgt. Er dient der Entfernung von Sekret oder Fremdkörpern aus den Atemwegen. Rezeptoren befinden sich hauptsächlich im oberen Bronchialsystem aber auch im Rachen und Kehlkopfbereich.
Die beschriebenen Erkrankungen können alle auch mit Fieber verlaufen. Da Fieber in der Regel keineswegs schädlich ist, sollte es nur bei schweren Verlaufsformen unterdrückt werden.
Komplikationen bzw. Folgeerscheinungen, vor allem bei nicht auskurierter Erkrankung, können Vereiterungen der Stirn- und Nasennebenhöhlen sowie eine Mittelohrentzündung sein.
Behandlungsmöglichkeiten:
Die Behandlung von Erkältungskrankheiten kann lediglich die Symptome abmildern. Eine gezielte Bekämpfung des jeweiligen Erregers ist in der Regel unmöglich. Grundlage der Behandlung ist die Zufuhr von Hitze und reichlich Flüssigkeit.
Unter den Naturheilverfahren nimmt die Phytotherapie einen großen Raum bei der Behandlung von Erkältungskrankheiten ein. Folgende Wirkstoffgruppen der Heilpflanzen spielen eine wichtige Rolle:
- Schleimstoffe
Schleimstoffe wirken reizmildernd und einhüllend.
Schleimstoffdrogen, die bei Erkältungen vor allem bei Symptomen des Reizhustens verwendet werden, sind:
Eibischwurzel, Huflattichblätter, Spitzwegerichblätter, Isländisch Moos, Baumflechten, Malvenblüten. - Ätherische Öle
Ätherische Öle wirken schleimlösend und antibakteriell.
Ätherische Öldrogen bzw. Destillate, die generell bei Erkältungssymptomen verwendet werden, sind:
Pfefferminze und andere Minzen, Eukalyptus, Campher, Latschenkiefer , Kamille, Salbei, Thymian, Fenchel, Anis. - Saponine
Saponine wirken schleimverflüssigend und somit auswurffördernd.
Saponindrogen, die zur Schleimverflüssigung als auswurffördernde Mittel (=Expektoranzien) verwendet werden, sind: Süßholz, Wollblume.
Als schweißtreibende Heilpflanzen sind zu empfehlen: Lindenblüten und Holunderblüten. Zusätzlich empfehlenswert sind:
- Echinacea (genauere Informationen Sonnenhut ( Echinacea ). Bei bereits bestehendem Fieber soll auf eine Anwendung von Echinacea-Zubereitungen verzichtet werden.
- Propolis - antibakterielle Eigenschaften, gut bei Halsschmerzen
- Vitamin C - hochdosiert (bis zu 1 g); der Bedarf steigt bei Infektionen stark an
Darreichungsformen im Reformhaus:
- Erkältungstees
- Bäder
- Ätherische Öle (als Destillate) zum Inhalieren
- Frischpflanzenpresssäfte
- Arzneisirupe (z.B. Fenchelhonig)
- Bonbons/Lutschtabletten
Ätherische Öle, Holunder , Lindenblüten, Saponine , Schleimstoffe , Sonnenhut , Vitamin C
Gehirngerechte Ernährung
Das Gehirn reguliert nicht nur die Nahrungsaufnahme über eine Steuerung von Hunger, Durst und Sättigung, es ist selbst angewiesen auf eine optimale Versorgung mit allen Nährstoffen. Basis für eine „Gehirngerechte Ernährung“ ist eine vollwertige Ernährung. Darüber hinaus spielen einige Nährstoffe für die Gehirnfunktionen eine besonders wichtige Rolle!
Begriffe für gehirngerechte Ernährung:
Unter dem Begriff „Brainfood“ wird eine Ernährung verstanden, die im speziellen die Lernfähigkeit, die Konzentrationsfähigkeit sowie die Gedächtnisleistung fördert. Unter dem Begriff „Moodfood“ wird eine Ernährung verstanden, die sich besonders auf die Stimmung und Gefühlslage auswirkt.
Zusammenhänge zwischen Gehirnfunktionen und Ernährung:
Die funktionellen Abläufe im Gehirn sind in hohem Maße von der Zufuhr von Nährstoffen abhängig. Folgende Zusammenhänge bilden die Grundlage der Ernährungsempfehlungen für eine gehirngerechte Ernährung:
Energie:
Das Gehirn eines Erwachsenen wiegt etwa 1,5 kg, beansprucht aber rund 20 % des gesamten Stoffwechselgrundumsatzes. Wie für körperliche Aktivitäten ist die Nahrungsenergie auch für geistige Aktivitäten unabdingbar. Wie beim Sportler sollten die Kohlenhydrate zwischen 50 und 60 % der gesamt Energieaufnahme ausmachen.
Kohlenhydrate:
Gehirnzellen sind im besonderen Maße von Glukose (Traubenzucker) als Energielieferant abhängig. Da Gehirnzellen keine Kohlenhydratspeicher haben, ist eine kontinuierliche Versorgung mit kohlenhydratreichen Lebensmittel wichtig. Um Blutzuckerabfälle zu vermeiden, werden mehrere, kleine Kohlenhydrat betonte Mahlzeiten empfohlen. Optimale Kohlenhydratträger sind Getreideprodukte auf der Basis von Vollkorn, Kartoffeln, Obst und in moderatem Maße Fruchtsäfte, alternative Süßungsmittel wie Honig , Fruchtdicksäfte u.a..
Flüssigkeit:
Eine zu geringe Trinkmenge beeinträchtigt die Konzentrationsfähigkeit. Wenn das Blut eindickt, verschlechtert sich die Transportleistung für Sauerstoff und Nährstoffe zum Gehirn, Durchblutungsstörungen sind die Folge. Optimale Durstlöscher sind Schorlen (z.B. Apfelsaftschorle), Mineralwasser , Kräuter- und Früchtetees und Molkengetränke.
Proteine:
Nahrungsprotein ist Gehirnbaustein und die stoffliche Basis für die Speicherung von Informationen beim Lernen. Proteine sind die Baustoffe für Neuronen, ihre Bausteine – die Aminosäuren – sind Ausgangsprodukte für die Bildung wichtiger Neurotransmitter!
In diesem Zusammenhang bedeutende Aminosäuren sind:
Tryptophan ist die Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin; Serotonin ist für die Entspannungsfähigkeit und einen guten Schlaf wichtig und unterstützt die Konzentrations-, Merk- und Denkfähigkeit. Gute Quellen für Tryptophan sind Getreide , Hülsenfrüchte und Nüsse.
Phenylalanin und Tyrosin sind Vorstufen einer Reihe von Neurotransmittern und Hormonen, die Einfluss auf Wachsamkeit, Reaktionsschnelle, Konzentrationsfähigkeit und Stimmung haben. Hierzu zählen die so genannten Katecholamine wie Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin, aber auch das Schilddrüsenhormon Thyroxin. Gute Quellen sind Fleisch, Fisch, Eier , Käse, Nüsse und Sojabohnen.
Fett und Fettbegleitstoffe:
Die Hälfte der organischen Bestandteile des Gehirns und Nervensystems setzt sich aus Fettbestandteilen zusammen. Eine besondere Rolle für die Zellmembranen spielen die Phospholipide, also die Lecithine, die schon sehr lange als Nahrungsergänzungsmittel zur Nervenstärkung angeboten werden.
Vitamine:
Die B-Vitamine, insbesondere B1, B6 und B12 sind in der Medizin schon seit langem als neurotrope (= Nerven schützende) Substanzen bekannt. Sie sind zum einen in den Stoffwechsel der Neuronen eingebunden, zum anderen sind sie für die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten absolut notwendig.
Mineralstoffe:
Für Nerven- und Gehirnfunktionen haben vor allem die Mengenelemente Magnesium und Phosphor sowie die Spurenelemente Eisen und Jod eine spezielle Bedeutung.
Stimulans Koffein:
Koffein stimuliert das zentrale Nervensystem und wirkt der psychischen Ermüdung entgegen. Ein besseres Assoziationsvermögen und eine Verkürzung der Reaktionszeit sind typische Koffeineffekte.
Reformhausangebote für eine gehirngerechte Ernährung:
Großes Angebot an vollwertigen Lebensmitteln:
- Vollkornprodukte
- Hochwertige eiweißreichen Lebensmittel
- Hochwertige Getränke
- Nahrungsergänzung zur Stärkung von Nerven und Gehirn: Lecithinpräparate mit hohem Gehalt an Phosphatidylcholin und/oder Phosphatidylserin
- B-Vitamin-Präparate
- Multivitamin- und Mineralstoffpräparate
- Produkte mit Omega-3-Fettsäuren
Gelenkbeschwerden
Ist der Gelenkverschleiß eine „normale" Begleiterscheinung des Alters oder lässt sich krankhaften Veränderungen wirksam vorbeugen? Alle Tätigkeiten, die ein Gelenk andauernd strapazieren, können zu Schäden führen. Einschlägig bekannt: die Überbeine bei Kellnern und die Kniebeschwerden bei Fußboden- und Fliesenlegern. Auch Heimwerker oder Hobbygärtner befinden sich oft stundenlang in Positionen, die Knie, Hüften und Rücken arg beuteln. Selbst das falsche Tragen von schweren Lasten kann die Gelenke auf Dauer schädigen. Als weitere Risikogruppe gelten Menschen mit einer Fehlstellung wie O- oder X-Beine, in Kombination mit Übergewicht besonders belastend. Kaum bewusst: Nikotinmissbrauch fördert den Verlust von Gelenkknorpel. Doch auch so beliebte Sportarten wie Fußball, Handball, Alpin-Ski oder Squash sind aufgrund der schnellen Drehbewegungen und abrupten Stopps gefährlich. Ein Knorpelabbau kann hierbei durch Überbelastung oder Verletzungen ausgelöst werden. Umgekehrt gehört ein Mangel an Bewegung zu den wesentlichen Risikofaktoren für Gelenkschäden. Um gezielt vorbeugen zu können, hilft es, Aufbau und Funktionsweise eines Gelenks kennen zu lernen. Zwischen den mit Knorpel überzogenen Knochenendstücken liegt der Gelenkspalt, in dem sich die Gelenkschmiere (Synovia) befindet. Sie verhindert, dass Knorpel auf Knorpel reibt. Die Knorpelschichten ernähren sich, indem sie von der Gelenkflüssigkeit durchtränkt werden. In Ruhestellung kann sich der Knorpel mit Flüssigkeit füllen und bekommt die notwendigen Nährstoffe. Belastet man den Gelenkknorpel, z. B. bei einer Bewegung, wird er zusammengepresst und drückt die Flüssigkeit wieder heraus. Im Prinzip funktioniert das wie bei einem Schwamm. Geschieht dies in einem häufig wiederkehrenden Wechsel von Be- und Entlastung, wird der Knorpelstoffwechsel angeregt und dem Knorpelabbau vorgebeugt.
Wer rastet, der rostet
Gleich mehrere Argumente sprechen für angemessene sportliche Betätigung: In einem sich bewegenden Gelenk wird die Gelenkflüssigkeit besser zirkulieren, der Knorpel besser ernährt und Knorpelschäden somit vorgebeugt. Gezieltes Krafttraining ist wichtig, um die Muskulatur zu stärken und somit die Gelenke zu entlasten. Bei einer gut angeleiteten Fitnessgymnastik bzw. einem Krafttraining wird ebenfalls vermittelt, wie man Lasten richtig trägt. Dies alles gilt auch oder gerade für Menschen über 70 Jahre. Körperlich aktive Senioren beugen dem Muskelabbau vor, ihre Gelenke bleiben beweglicher und schmerzen seltener. Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) rät zu gleichmäßigen, rhythmischen Bewegungen wie beim Walken, Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren. Zu viel Gewicht auf der Waage gilt als wichtigster beeinflussbarer Risikofaktor für die Entwicklung einer Arthrose. Bei übergewichtigen Frauen, die es schaffen, ihr Körpergewicht um fünf Kilogramm zu reduzieren, verringert sich die Wahrscheinlichkeit einer Arthrose des Kniegelenks um etwa 50 Prozent. Das ergab die „Framingham Knee Osteoarthritis Study". Weshalb Arthrose bei Frauen häufiger vorkommt als bei Männern, ist allerdings nicht bekannt. „Da der Gelenkverschleiß ab dem fünfzigsten Lebensjahr stark zunimmt, besteht der Verdacht, dass es hormonelle Ursachen gibt, die jedoch nicht eindeutig belegt sind", erklärt Prof. Dr. med. Joachim Grifka von der Orthopädischen Klinik der Universität Regensburg.
Nehmen Patienten ab, nützt das nicht nur den Knien, sondern allen Gelenken. Der Grund: Wenn sich das Fettgewebe reduziert, werden weniger entzündungsfördernde Stoffe gebildet. Doch eine gesunde Ernährung kann weit mehr als nur Übergewicht zum Schmelzen bringen bzw. es verhindern. In den letzten Jahrzehnten wurden einige Nährstoffe entdeckt, die eine schützende Wirkung auf die Gelenke ausüben. Die körperliche Aktivität könne durch Nahrungsergänzungsmittel mit wissenschaftlich gesicherter chondroprotektiver (= den Knorpel schützend) Wirkung ergänzt werden, erklärt der Sportmediziner Prof. Winfried Banzer aus Frankfurt am Main. Er nennt unter anderem Glucosamin und Chondroitin. Diese Bausteine „ölen" und „schmieren" unsere Gelenke und halten den Knorpel elastisch. Die Auf- und Abbauprozesse im Knorpelgewebe werden durch ein kompliziertes Zusammenspiel verschiedener Enzymsysteme und anderer biochemischer Reaktionen gesteuert. Diese wiederum sind abhängig von bestimmten Spurenelementen und Vitaminen. Damit der Knorpel genügend Nährstoffe aufnehmen kann, ziehen bestimmte Substanzen, beispielsweise die Glycosaminglykane (GAGs), die Gelenkflüssigkeit an. Wenn der Körper diese nicht mehr ausreichend bildet und folglich die Versorgung der Knorpel gefährdet ist, sollten die GAGs zugeführt werden. Besonders effektiv wirken die Gelenknährstoffe, wenn der Knorpelverschleiß noch relativ gering ist und sich das Gewebe regenerieren kann. Weitere Effekte liegen in einer Verbesserung der Schmierfähigkeit der Gelenkflüssigkeit. Außerdem wirken die GAGs entzündungshemmend.
GAGs als Schlüsselfaktor
Eine natürliche Quelle der Glycosaminglykane ist die neuseeländische Grünlippmuschel, deren Ernte heutzutage aus Aquakulturen stammt und die sehr strengen Qualitätskontrollen unterliegt. Um mehr Glycosaminglykane bilden zu können, enthalten Gelenkpräparate D-Glucosamin. Während Glucosamin dazu beitragen kann, die Bildung der Gelenkschmiere zu fördern, ist Chondroitin Hauptbestandteil der so genannten extrazellulären Matrix und hält den Knorpel elastisch. Glucosamin und Chondroitin kommen in zahlreichen Lebensmitteln, z. B. in Milch und Eiern, vor und können aus natürlichen Quellen isoliert werden. „Hilfreich ist auch die zusätzliche Versorgung mit Antioxidanzien", so der Sportmediziner Banzer. Diese wird sichergestellt durch die Befolgung der 5-am-Tag-Regel, fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen. Dabei sind auch Trockenfrüchte und Säfte gute Quellen. Schon lange etabliert unter den Schutzstoffen: die Omega-3-Fettsäuren. Sie kommen besonders reichlich in Seefischen wie zum Beispiel Lachs vor. Gehaltvolle pflanzliche Quellen stellen Leinöl und Perillaöl dar.
Zehnmal vorbeugen
- Gelenkgerechte Sportarten und Alltagsbewegungen
- Übergewicht verhindern bzw. abbauen
- Einseitige Belastungen vermindern
- Ärztlichen Rat bei Fehlstellungen einholen
- Fünfmal am Tag Obst und Gemüse
- Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren bevorzugen
- Spezielle Gelenknährstoffe zur Nahrungsergänzung
- Richtiges Tragen von Lasten
- Krafttraining zum Muskelaufbau
- Nicht rauchen
Schöne Haut
Beauty-Killern keine Chance
Unsere Haut arbeitet nonstop, um innere und äußere Reize zu verarbeiten. Helfen Sie Ihr dabei, schalten Sie aus, was der Haut besonders zu schaffen macht.
Zu viel Sonne
Exzessive Sonnenbestrahlung beschleunigt nicht nur die Hautalterung, sondern schwächt das gesamte Immunsystem und fördert die Bildung von Hautkrebs. Bei zu viel Sonne bekommt die Haut ein ledrig gegerbtes Aussehen, Elastizität und Spannkraft lassen nach, Falten graben sich tiefer ein und die Bildung von Altersflecken wird begünstigt.
Deshalb sind Lichtschutzmittel nicht nur am Badestrand, sondern auch in der täglichen Hautpflege der beste Schutz. Da selbst normales Tageslicht noch genügend UV-Potential hat, um die Hautalterung zu beschleunigen, gibt es Tagescremes mit Lichtschutz im Reformhaus (z.B. Heliotrop Sensitive Tagescreme mit UV-Schutz)
Stress fördert Pickel
Wenn negativer Stress wie dauernde psychische Anspannung, Überforderung und ständiger Druck Körper und Seele angreifen, leidet auch die Haut. Nicht jede Haut reagiert sofort und massiv, manchmal ist es nur ein lästiger Pickel, der durch vermehrte Talgdrüsenproduktion unschön ins Auge springt. Ein anderer reagiert mit "hektischen" Flecken, Spannungsgefühl, Juckreiz oder anderen Irritationen. Unter Spannung reagiert die Haut empfindlicher auf Reize. Produkte mit milden, ausgleichenden und beruhigenden Inhaltsstoffen bieten die notwendige Unterstützung und Pflege. Fragen Sie danach in Ihrem Reformhaus.
Schön werden im Schlaf
Der hauteigene Reparaturmechanismus funktioniert nur dann richtig, wenn man dem Körper ausreichend Ruhe gönnt. In der Nacht, wenn der Stoffwechsel auf Sparflamme schaltet, läuft das Reparaturprogramm für die Haut auf Hochtouren: Zwischen 23.00 Uhr und 03.00 Uhr funktioniert dieser Bio-Ablauf am besten. Die Hautzellen teilen sich in dieser Zeit achtmal häufiger als mittags um 12.00 Uhr. Neue Zellen entstehen, der Schutzmantel wird ausgebessert, mehr Sauerstoffmoleküle werden aus dem Blut in höhere Hautschichten transportiert. Weil die Haut in der nächtlichen Ruhephase Wirkstoffe viel besser aufnehmen und verwerten kann, sind Pflegeprodukte für die Nacht in der Regel gehaltvoller und wirkstoffreicher.
Schönes Haar
Spätestens beim Friseur kommt die Wahrheit ans Tageslicht. Gespaltene Spitzen (Spliss) sind das Ergebnis von unzureichender Pflege. Doch der unnötige Griff zur Schere lässt sich vermeiden.
Gründlich ausspülen
Einer trockenen Kopfhaut bekommen in der Regel weniger Haarwäschen besser als einer eher ölig-fettenden. Wer täglich seine Haare waschen muss, sollte sich für ein mildes Shampoo entscheiden. Wichtig ist gründliches Ausspülen, denn Shampoorückstände machen das Haar stumpf.
Natürliche Pflege
Ein Shampoo sollte auf den genauen Haartyp abgestimmt sein. Kostbares Avocado- und Macadamianussöl sowie Rosenblütenextrakte geben zum Beispiel strapaziertem Haar neue Vitalität und lassen es seidig glänzen. Mit den richtigen Wirkstoffen sind Spliss und Schuppen Schnee von gestern. So reguliert etwa Brennnessel*1 die Talgproduktion. Teebaumöl*2 beugt der Schuppenneubildung vor.
Extras
Menschen, die unter Schuppenbildung oder Haarausfall leiden, sollten außerdem regelmäßig ein fettfreies Haarwasser*3 benutzen. Es enthält Auszüge von Brennnesseln, Arnika, Birkenblättern, Rosmarin und kräftigt Haarwurzel sowie Kopfhaut. Täglich vor dem Frisieren mit kreisenden Bewegungen auftragen. Anschließend das Haar wie gewohnt frisieren. Bei trockenem Haar empfiehlt sich ein Haaröl mit Klettenwurzel*4. Einige Tropfen in die Kopfhaut, Haare und Haarspitzen einmassieren. Das kräftigt und verleiht natürliche Fülle und lockeren Halt. Nicht ausspülen!
Dickeres Haar mit Silicium-Gel
Neben der richtigen Pflege braucht gesundes und starkes Haar auch die richtigen Aufbaustoffe von innen. Dazu gehört der Mineralstoff Silicium, dessen Wirksamkeit in einer wissenschaftlichen Studie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf - wie die Fachzeitschrift „Kosmetische Industrie" berichtete - bewiesen worden ist. Die durchschnittliche Haardicke von 55 Frauen mit dünnem Haar wuchs durch die Einnahme um fast 13 Prozent. (Getestet wurde mit Silicium-Gel aus dem Reformhaus Bacher.) Die Haare der Frauen hatten sichtbar mehr Volumen und sahen nach der halbjährlichen Silicium-Zufuhr deutlich gesünder aus. Der Studienleiter, Prof. Dr. med. Matthias Augustin, formulierte das Ergebnis im Abschlussbericht der Studie so: „Insgesamt belegen die Daten eine eindeutige Zunahme des Haarvolumens im Zeitraum der Einnahme von Silicium-Gel, durch die von einer Vorbeugung von brüchigem Haaren auszugehen ist.
Vitales Herz
In der Regel reicht das Repertoire der Naturheilverfahren völlig aus, um Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen vorzubeugen. Die Stützpfeiler zur Gesunderhaltung des Herz-Kreislauf-Systems sind aus naturheilkundlicher Sicht leicht zusammenzufassen: richtig dosierte Bewegung, vollwertige Ernährung, ergänzt durch spezielle Vitamin- und Mineralstoffkombinationen, Wasseranwendungen nach Kneipp, gute Stressbewältigung sowie die gezielte Verwendung von Naturheilmitteln.
Einige aktuelle Studien bestätigen diese Empfehlungen mit interessanten Detailergebnissen. So konnte eine niederländische Studie zeigen, dass der regelmäßige Genuss von schwarzem Tee das Herzinfarktrisiko senkt . Im Vergleich zu Menschen, die keinen Tee trinken, war das Herzinfarktrisiko bei Erwachsenen im Alter von 55 Jahren, die täglich mehr als 375 ml Tee tranken, um 43 Prozent vermindert. Das Risiko für einen tödlichen Infarkt war sogar um 70 Prozent zurückgegangen. Die Wirkung wird bestimmten Pflanzenstoffen, den Flavonoiden, zugeschrieben. Besonders reich an den bioaktiven Schutzstoffen sind neben schwarzem Tee die grüne, unfermentierte Teevariante und die Heilpflanzen Buchweizenkraut, Mistelkraut, Weißdornblätter, -blüten und -früchte. Flavonoide gibt es ebenso in zahlreichen Obst- und Gemüsearten.
Der Weißdorn gilt mittlerweile als eine der am besten untersuchten Arzneipflanzen. Seine Inhaltsstoffe wirken allgemein kräftigend auf den Herzmuskel. Ganz wesentlich: Die Sauerstoffversorgung wird nicht nur im Bereich der Herzkranzgefäße verbessert, sondern auch dort, wo die kleinsten Haargefäße die Herzmuskelzellen versorgen. Weißdornpräparate können unbegrenzt eingenommen werden, denn es sind keinerlei Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Gegenanzeigen bekannt. Optimal lässt sich Weißdorn mit Magnesium kombinieren. Der Mineralstoff ist einer der wichtigsten Schutzstoffe für das Herz. Er wirkt herzschädigendem Stress entgegen und erweitert die Blutgefäße, vor allem die Herzkranzgefäße, auf natürlichem Weg. Dadurch werden die Herzzellen besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.
Kaum geringer in ihrer Schutzwirkung einzustufen als Magnesium sind die Vitamine E und C. Wenn man bedenkt, dass Vitamin E stets Vitamin C benötigt, um wirksam zu sein, macht die gleichzeitige Gabe von Vitamin C Sinn. Im Bereich der Vorbeugung raten Therapeuten zu einer Dosierung von 100 –200 mg Vitamin E und 250 - 500 mg Vitamin C. Günstig sind natürliche Vitamin-C-Präparate, zum Beispiel auf der Basis von Acerola oder Sanddorn, und Vitamin E aus der Sojabohne sowie Weizenkeimöl. Die Aufzählung der Schutzstoffe wäre nicht vollständig ohne die in den letzten Jahren besonders in den wissenschaftlichen Fokus gerückten Omega-3-Fettsäuren zu nennen. Sie sind reichlich enthalten in Fischen, Leinöl, Rapsöl, Walnussöl und Sojaöl. Die pflanzlichen Öle sind nicht nur gesund, sondern passen hervorragend zur feinen Vollwertküche.
Muskelkrämpfe
Als meist gutartige und vielen Menschen bekannte Erscheinung können Muskelkrämpfe nach Überanstrengung einzelner Muskelgruppen und bei Elektrolytstörungen auftreten. Häufig sind nächtliche Wadenkrämpfe , früher auch sogenannte Schreibkrämpfe der Handmuskulatur. Sie können oft durch Entspannungsübungen oder Zufuhr von Magnesium gebessert werden. Magnesium in einer Citrat-Verbindung kann vom Körper besser aufgenommen werden. Häufig ist auch ein Mangel von Natriumchlorid (Kochsalz) die Ursache von Krämpfen. Natriumchlorid wird bei sportlicher Aktivität durch den Schweiß vermehrt abgesondert. Ein Ausgleich ist unbedingt notwendig. Ebenso kann auch ein Mangel an Kalium (z. B. durch übermäßiges Ausschwitzen) zum Entstehen von Krämpfen mit beitragen. Als wichtiges Elektrolyt ist es für die Steuerung der Muskeltätigkeit von Bedeutung (Kaliummangel).
Versorgung mit Magnesium in Deutschland:
Die mittlere tägliche Magnesiumaufnahme wurde in der nationalen Verzehrsstudie mit 294 mg (Frauen) bzw. 365 mg (Männer) berechnet.
In einer durchschnitlichen Kost werden ca. 75 % des Magnesiums aus pflanzlichen Lebensmitteln und 25 % aus tierischen Lebensmitteln aufgenommen.
Brot, Backwaren und Nährmittel liefern in etwa ein Drittel der täglichen Magnesiumaufnahme.
Aufnahme und Bioverfügbarkeit:
Die Bioverfügbarkeit von Magnesium hängt weitgehend von der Bindungsform im Lebensmittel ab. An Strukturen der Lebensmittel gebundenes Magnesium (z.B. aus Chlorophyll) muß zunächst mit Hilfe der Magensäure freigesetzt werden.
Magnesium wird im gesamten Dünndarm aufgenommen, besonders effektiv im unteren Abschnitt. Die Aufnahme ist abhängig von der Magnesiummenge und der gleichzeitigen Anwesenheit von aufnahmefördernden oder -hemmenden Nahrungsfaktoren. Die durchschnittliche Aufnahmerate aus einer gemischten Kost wurde mit 31 % (Männer) bzw. 27 % (Frauen) ermittelt.
Resorptionshemmend wirken sich aus:
- Ballaststoffe
- Fett (bei hoher Zufuhr)
- Kleie
- Phosphate
- Phytinsäure
- Oxalate
- Resorptionsfördernd wirken sich aus:
- Vitamin D
Mg - Bedarf erhöht bei:
- Schwangeren
- Stillenden
- Sportlern
- Diabetes mellitus
- Alkoholgenuß
- Streß
- Medikamenteneinnahme (v.a.Abführmittel und Diuretika)
Vielzahl vollwertiger Mg-reicher Lebensmittel wie:
- Nüsse und Nußerzeugnisse
- Vollkornprodukte
- Sojaerzeugnisse
- Hülsenfrüchte
- Trockenfrüchte
Mg-reiche Nahrungsergänzungsmittel wie :
- Weizenkleie (590 mg/100 g)
- Weizenkeime (336 mg/100 g)
- Bierhefe (231 mg/100 g)
- Spezielle Mg-Präparate
- in Chelatform (bessere Resorption)
- gebunden an Carbonat, Citrat oder andere Salze
- in Kombination mit anderen arteriosklerosevorbeugenden Drogen oder Stoffen (Weißdorn, Vitamin E u.a.)
Reizmagen
Nervöser Magen
Eine funktionelle Dyspepsie äußert sich in verschiedenartigen, diffusen Beschwerden des Verdauungssystems. Es können folgende Beschwerden auftreten:
- Brennende, krampfartige oder dumpfe Schmerzen im Oberbauch
- Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Blähungen
- Unverträglichkeiten bei bestimmten Nahrungsmitteln , Sodbrennen , Aufstoßen
- Appetitlosigkeit
- Schluckbeschwerden, trockener Mund, Brennen der Zunge
Die Beschwerden können schon Jahre oder Monate bestehen und treten in Abständen auf. Es können einzelne Beschwerden oder auch verschiedene Beschwerden zusammen auftreten. Häufigster Zeitpunkt ist beim oder nach dem Essen.
Möglich ist eine Kombination der typischen Beschwerden mit psychischen Komponenten wie depressiven Verstimmungen , Angst , Gefühle der Überforderung, Atem- und Herzbeschwerden , Schlaflosigkeit , Unruhe.
Ist eine organische Ursache für diese Symptome durch eine ärztliche Untersuchung ausgeschlossen worden, wird dieses Krankheitsbild als "funktionell", im Sinne von "nicht-organisch", bezeichnet. Es besteht also kein ernsterer Hintergrund, der Auslöser für die Beschwerden wäre.
Der Reizmagen ist eine Form der funktionellen Dyspepsie, unter der viele Menschen leiden. Er kommt viel öfter vor als die akute oder chronische Gastritis. Die Symptome sind in beiden Fällen aber fast identisch. Eine Entzündung, wie bei der Gastritis, fehlt jedoch in den meisten Fällen beim Reizmagen. Die Bauchschmerzen, die der Reizmagen verursacht, besitzen typischerweise immer eine wechselnde Qualität. Sie sind manchmal stärker ausgeprägt und ein anderes Mal nur schwach wahrzunehmen. Sie dauern mal länger und mal kürzer an. Auch kann der Betroffene die Schmerzen oft nicht richtig lokalisieren. Er kann nicht sagen, an welcher Stelle es genau weh tut. Zu verschwommen breiten sich die Schmerzen aus.
Entspannung und vermeiden von Auslösern hilft fast immer.
Eine wichtige Maßnahme ist die Aufklärung des Betroffenen über das Krankheitsbild. Das bedeutet, dass bei entsprechendem Umgang, die Beschwerden in der Regel stark abnehmen oder gar ganz ausbleiben. Belastende Situationen, Stress und andere mögliche auslösende Faktoren sollten geklärt und nach Möglichkeit verändert werden. Das Erlernen von Entspannungstechniken ist sehr wichtig. Außerdem sollten Betroffene das Rauchen aufgeben und Alkohol nur in geringen Mengen zu sich nehmen.
Pflanzliche Arzneimittel können Beschwerden lindern und Erkrankungen heilen helfen.
Bei chronischen funktionellen Magen- Darm- Beschwerden wird die längerfristige Einnahme pflanzlicher Arzneimittel mit gutem Erfolg eingesetzt. Pflanzliche Arzneimittel haben auf natürliche Weise eine regulierende und normalisierende Wirkung auf die Magen- Darm- Funktion. Aus diesem Grund können sie eine Funktionsstörung beseitigen helfen und wirken so nicht nur im akuten Fall lindernd, sondern auch ursächlich heilend.
Vorbeugung
Hier ein paar Tipps zur Vorbeugung nervöser Magenbeschwerden:
- Versuchen Sie, Stress zu vermeiden.
- Lernen Sie, mit Ihrem Stress umzugehen, indem Sie bewusste Entspannungstechniken erlernen. Das ist gar nicht so schwer und es gibt so viele Möglichkeiten, dass jeder etwas für sich finden kann.
- Gewöhnen Sie sich das Rauchen ab.
- Lernen Sie, schöne Stunden bewusst zu genießen. Lassen Sie auch mal "die Seele baumeln".
- Treiben Sie Sport.
- Bewegen Sie sich so oft wie möglich unter freiem Himmel.
Säure-Basen-Haushalt
Schluss mit sauer!
„Wenn ich sehe, was wir üblicherweise essen, wie viel Kaffee, Zucker, Weißmehl und Alkohol konsumiert werden, sollte sich eigentlich jeder über seinen Säure-Basen-Haushalt Gedanken machen", bemerkt die Ernährungswissenschaftlerin Jakoba Blechschmied. Sie leitet seit vielen Jahren Seminare an der Akademie für gesundes Leben in Oberursel zum Thema. Die heutigen Ernährungsgewohnheiten, vor allem wenig Frisches, zu viel Eiweiß und fehlende Flüssigkeit, erklärt sie, erzeugten einen Säureüberschuss im Stoffwechsel - eine Ansicht, die nicht unbedingt von der Naturwissenschaft geteilt wird. Denn diese hält die körpereigenen Puffersysteme in der Regel für ausreichend, um anfallende Säuren zu neutralisieren und über die Nieren und die Lunge auszuscheiden. Die Naturheilkunde zieht noch andere Möglichkeiten in Betracht, Endprodukte des Stoffwechsels zu „entsorgen". Vor allem Bindegewebe und Gelenke können betroffen sein. Deshalb sehen ganzheitlich ausgerichtete Ärzte in einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt das A und O des Wohlbefindens.
Grundsätzlich gilt, dass nicht ein einzelnes Lebensmittel betrachtet werden muss, sondern es auf die vernünftige Ausrichtung des Speisezettels ankommt. „Obst, Gemüse und Kartoffeln sind tendenziell basisch, Fleisch, Wurst, Käse und Zucker dagegen eher sauer", bringt es Jakoba Blechschmied auf den Punkt. Wenn man es recht bedenkt, ist eine Ernährung, die den Säure-Basen-Haushalt positiv beeinflusst, nichts anderes als eine gesunde Kost mit viel Obst und Gemüse, wie sie von Vertretern der Vollwertrichtung bereits seit Jahrzehnten empfohlen wird. Die Grundzüge einer solchen Ernährungsweise finden sich auch in der Ratgeberbroschüre „Gesund genießen", die es gegen Schutzgebühr im Reformhaus Bacher gibt.
Aber: Es kommt nicht nur darauf an, was man isst, sondern - das ist mindestens genauso wichtig - was und wie viel man trinkt. „Viel Wasser, am besten kohlensäurearme Sorten, basenreiche Kräutertees und Molke", empfiehlt die Expertin Jakoba Blechschmied. Gemüsesaft kann zwischendurch oder zu den Mahlzeiten mit günstigen Mineralstoffen versorgen.
Wer diese Eckpunkte beachtet, schafft eine gute Basis für mehr Ausgeglichenheit und Wohlbefinden. Zusätzlich können spezielle Mineralstoffmischungen und Frischpflanzensäfte für mehr basische Anteile im Stoffwechsel sorgen. In einem ganzheitlichen Gesundheitsansatz darf natürlich auch moderates Bewegungstraining nicht fehlen.
Stress
Der Begriff Stress stammt aus dem Englischen und kommt ursprünglich aus der Prüfung von Werkmaterialien. Auf diesem Gebiet wurde unter Stress die Anspannung, Verzerrung und Verbiegung von Materialien verstanden. In die Biologie wurde der Stressbegriff 1950 von dem Mediziner Hans Selye eingeführt.
Eustress und Disstress:
Stress ist jedoch nicht nur eine bedeutende Krankheitsursache, in richtiger Dosierung ist die Stressreaktion lebensnotwendig. Ohne Stress können Menschen und Tiere nicht leben. So wie ohne körperliche Anstrengung sich weder Muskeln noch Ausdauer entwickeln, sind auch psychische Belastungen notwendig, um das Verhalten einer sich ständig wandelnden Umwelt anzupassen und Neues zu erlernen. Stress in diesem Sinne wird als positiver Stress bezeichnet, auch Eustress genannt. Stress mit der Folge von Überlastung und geistigen, körperlichen oder psychischen Schäden wird als Disstress bezeichnet.
Die Stressreaktion im Organismus:
Der Körper schüttet bei einer Stressbelastung Hormone aus, die in eine Wechselwirkung mit dem Nervensystem und verschiedenen Organsystemen treten und je nach Zelltyp spezifische Reaktionen auslösen. Dabei kann das gleiche Hormon ein Organ aktivieren und ein anderes hemmen.
Stresssymptome:
Ausgehend von der “Urstresssituation“ des Menschen, der Konfrontation mit einem wilden Tier bzw. einem gegnerischem Krieger – auch als Fight-or-Flight-Syndrom bezeichnet (Kampf oder Flucht) lassen sich die Stresssymptome in vier verschiedene Bereiche einordnen:
- der geistig-gedanklichen Ebene (= kognitive Ebene) die Wahrnehmung ist ausschließlich auf den Stressor gerichtet. Alles andere wird zur Nebensache; auftreten können: Gedächtnisverlust (Blackout), Denkblockaden, negative Progammierungen (das schaffe ich nicht)
- der Ebene der Gefühle (= emotionale Ebene) aus dem Grundmuster Flucht oder Kampf können entstehen: Nervosität; Angst bis zur Panik; Ärger bis zu Wutattacken
- der Ebene des unwillkürlichen Nerven- und Hormonsystems (= vegetativ hormonelle Ebene ) die Stresshormone entfalten ihre Wirkungen im Körper. Als Reaktionen können auftreten: Brustenge, Erröten, feuchte Hände, Herzrasen, Kloß im Hals, trockener Mund, weiche Knie.
- der Ebene der Muskulatur (= muskuläre Ebene) die Skelettmuskulatur ist extrem angespannt (tonisiert); die Muskeln sind auf Angriff oder Flucht eingestellt. Symptome können sein: Muskelzucken, Rückenschmerzen, starre Mimik und Gestik, Spannungskopfschmerzen.
Stressbewältigung:
Ansatzpunkte für die Stressbewältigung lassen sich finden:
- bei den Stressoren
- beim Menschen selbst
- bei der Stresssituation
zu 1: ein Stressor lässt sich komplett ausschalten , vermindern oder auch in der eigenen Bewertung verändern .
Beispiel: Stressor = Überlastung Arbeitsplatz
Stressor ausschalten > Arbeitsstelle aufgeben, sich versetzen lassen
Stressor vermindern > Gespräch mit Vorgesetzten/Kollegen suchen, Belastung versuchen zu verringern
Stressor in der eigenen Bewertung verändern > “bin froh, dass ich so viel zu tun habe, dann werde ich nicht arbeitslos“
Zu 2: eigene Belastbarkeit erhöhen durch Antistresstraining z.B. durch Erlernen von Atemübungen, einer Entspannungsmethode, Mentaltraining oder durch die Ableitung von Stress durch Sport. Einsatz von Naturheilmitteln, Umstellung der Ernährung.
Zu 3: während der Stresssituation ruhig bleiben , “Aufschaukelung“ verhindern.
Stress und Nährstoffbedarf:
Stress stellt wie beschrieben hohe Anforderungen an die geistige, körperliche und psychische Belastbarkeit des Menschen. Eine gute Versorgung mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen ist daher notwendig, um eine Stressbedingte Schädigung des Organismus zu minimieren.
In der Praxis werden diese Zusammenhänge wenig beachtet. Häufig kommt bei Stressbelastungen ein Teufelskreis in Gang, der zu einem höheren Konsum an Genussmitteln ( Alkohol , koffeinhaltige Getränke, Zigaretten) führt sowie zu einer unausgewogenen Ernährung. Die Folge ist eine weitere Schädigung des Organismus, die häufig zu den typischen Stresskrankheiten oder zum so genannten Burnout-Syndrom, einem Gefühl der totalen Erschöpfung und des Ausgebranntseins führt.
Grundsätzlich ist der Bedarf nahezu aller essentieller Nährstoffe im Stress erhöht. Insbesondere der Magnesium - und Vitamin C Bedarf steigen um ein Vielfaches.
Antistressmittel im Reformhaus:
Das Reformhaus bietet eine Vielzahl von vollwertigen Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Vitalstoffen. Einen hohen Gehalt an Antioxidantien haben vor allem Obst - und Gemüsesäfte (Beerenfrüchte!) sowie Trockenfrüchte ( Pflaumen !).
Als Nahrungsergänzungsmittel kommen in Frage: Multivitamin- und oder Mineralstoffpräparte.
Speziell zur Deckung des erhöhten Bedarfs: Magnesiumpräparate mit einer Dosierung bis zu 300 mg/Tag sowie Nahrungsergänzungsmittel mit einem hohen Gehalt an natürlichem Vitamin C (z.B. Acerola , Hagebutten , Sanddorn ).
Als wichtigste “Antistresspflanze“ im Bereich der Naturheilmittel gilt Ginseng . Die Ginsengwurzel gehört zu den Heilpflanzen mit adaptogener Wirkung, d.h. sie passt den Körper an eine erhöhte Belastung an.
Zu empfehlen sind Mittel mit einer das Immunsystem stärkenden Wirkung wie z.B. Echinacea , oder Sibirischer Ginseng , da Stressbelastungen das Immunsystem schädigen. In Frage kommen zudem Herz- und Kreislauf stärkende Mittel (z.B. Knoblauch , Weißdorn).
Beruhigend, Einschlaffördernd und entkrampfend wirkende Heilpflanzen sind Baldrian, Hopfen , Johanniskraut , Lavendel , Melisse und Passionsblumenkraut. Sie dienen der allgemeinen Beruhigung und fördern einen gesunden Schlaf.
Übergewicht
Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) gehören zu den klassischen Wohlstandserscheinungen. Sie führen sehr häufig zu ernährungsbedingten Krankheiten wie Diabetes , Fettstoffwechselstörungen, Gicht , Bluthochdruck u.a..
Definitionen:
Broca-Gewicht:
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Normalgewicht in kg: |
Körperlänge in cm -100 |
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Idealgewicht in kg : |
Normalgewicht abzüglich: |
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10 % bei Frauen bzw. 15 % Männern |
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Übergewicht in kg: |
Normalgewicht zuzüglich 10 % und mehr |
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Adipositas: (starkes Übergewicht) in kg: |
Normalgewicht zuzüglich 20 % und mehr |
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Untergewicht in kg: |
Normalgewicht abzüglich 20 % und darunter |
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Beispiel: |
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Eine Frau von 172 cm Körperlänge hat |
mit 72 kg Normalgewicht |
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mit 61 kg Idealgewicht |
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ab 79 kg Übergewicht |
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mit weniger als 58 kg Untergewicht |
Die Definition zu Übergewicht und Adipositas gilt nur für einen erhöhten Körperfettanteil.
Body Mass Index (BMI):
Körpergewicht in kg / [Körperlänge in m]² = BMI
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Akzeptables Gewicht: |
BMI = 20-25 |
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Übergewicht: |
BMI = 25-30 |
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Adipositas: |
BMI = über 30 |
Der BMI ist als Richtgröße international anerkannt!
Übergewichtstypen:
Die Forschungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Fettverteilung am Körper entscheidenden Einfluss auf das gehäufte Auftreten von Stoffwechselstörungen hat. Man unterscheidet die androide Adipositas (vermehrtes Bauchfett) von der gynoiden Adipositas (vermehrtes Hüftfett). Ist die Ursache für das Übergewicht eine vermehrte Fettansammlung im Bauch- bzw. Oberkörperbereich (Apfeltyp) so ist die Wahrscheinlichkeit von Stoffwechsel-Störungen sehr viel höher als bei vermehrter Fettansammlung im Hüft- und Oberschenkelbereich (Birnentyp). Bauchfett ist also gefährlicher.
WHR-Wert (waist to hip ratio) :
Über den WHR-Wert (waist to hip ratio) lässt sich das Risiko messen.
Umfang Bauch in Höhe des Bauchnabel (cm) / Umfang Hüfte an der dicksten Stelle (cm) = WHR-Wert
Risikowerte: für Männer: über 1 und für Frauen: über 0,8
Beispiel:
100 cm Bauchumfang / 90 cm Hüftumfang = 1.1 WHR-Wert
Risiken:
Bei Übergewichtigen finden sich vermehrt:
- Bluthochdruck (70 %)
- Fettstoffwechselstörungen (50 %)
- Arteriosklerose (50 %)
- Herzschwäche, Herzinfarkt, Angina Pectoris (50 %)
- Diabetes (45 %) u.a. Stoffwechselstörungen
- Skeletterkrankungen (45 %)
Ein entscheidender Faktor für das Auftreten von Risikofaktoren ist die Verteilung des Fettgewebes am Körper. Das Bauchfett (androide Adipositas) führt wesentlich häufiger zu Gesundheitsstörungen als das Hüftfett (gynoide Adipositas).
Therapie:
- Energiereduzierte Vollwerternährung mit hohem Frischkostanteil (1200-1500 kcal): Die langsame aber konsequente Gewichtsabnahme (max.1kg/Wo) verspricht langfristigen Erfolg! Voraussetzung ist das Aneignen von Lebensmittelkenntnissen.
- Essverhalten ändern in drei Phasen:
- a) Gewohnheiten beobachten und erkennen
b) ungünstige Gewohnheiten verändern
c) neue Gewohnheiten stabilisieren
Ganz wichtig ist hierbei das Prinzip der kleinen Schritte.
Reformhausangebot für Übergewichtige:
- Vielzahl vollwertiger, von Natur aus kalorienarmer Lebensmittel wie: fettarme Milchprodukte, Gemüse (insbesondere milchsaure Gemüse), Obst (insbesondere frisches Obst), Dunstobst, alternative Brotaufstriche
- Vielzahl diätetischer Lebensmittel für Übergewichtige wie: mit Süßstoff gesüßte Nektare, brennwertverminderte Konfitüren, Halbfettmargarine u.a.
- Angebot an Intensivdiäten wie Molke-Kur, Saftfasten, Körner-Kuren, Schlankheitskuren
Venen
Venen sind Blutgefäße, die sauerstoffarmes Blut zum Herzen transportieren. Venen unterscheiden sich in ihrem Aufbau von den Arterien. Die Gefäßwand der Venen besteht aus drei Schichten: Intima mit elastischen Fasern, Media mit locker gefügten Bündeln glatter Muskulatur, Adventitia. Im Gegensatz zu den Arterien ist die Begrenzung der Schichten unscharf. In den Venen befinden sich Venenklappen, die den Rückfluss des Blutes hemmen.
Venenschwäche:
Nach einer repräsentativen Untersuchung der Tübinger Universitätsklinik leiden 42 % aller Frauen und 18 % aller Männer in Deutschland an Beschwerden, die mit einer "Venenschwäche" einhergehen. Die Beschwerden äußern sich in Form von:
- Schweren Beinen
- Spannungsgefühl in den Beinen
- Geschwollenen Beinen, Knöchel und/oder Füße
- Kribbelige oder unruhige Beine, beim Liegen oder Sitzen
Diese Beschwerden resultieren aus einem Blutstau in den Beinen, weil der Rückfluss des Blutes zum Herzen gestört ist.
Ursachen von Krampfaderleiden und sichtbaren Hautveränderungen:
Der Rücktransport des Blutes aus den Beinen zum Herzen erfolgt durch die Venen- Muskelpumpe (Zehen- und Fußsohlenpumpe, Wadenmuskelpumpe, Oberschenkelpumpe) unter Mithilfe der Venenklappen. Bei Bewegungsmangel werden die Venen-Muskelpumpen nicht betätigt. Die Folge ist eine Störung des Blutrückstromes, was zu einem hohen Druck in den Beinvenen führt.
Die Folgen für die Venen sind:
- Verlust der Venenwandelastizität
- Erweiterung der Venen
- Verlust der Klappenfunktion (=Pendelblut)
Die Folgen für die Kapillaren sind:
- Verlust der Kapillarwandelastizität
- Erhöhung der Kapillarwandbrüchigkeit durch eine gesteigerte Aktivität von Enzymen, welche die Gitterstruktur der Kapillarwände abbauen
Ursachen einer erhöhten Kapillarwanddurchlässigkeit, d.h. ein erhöhter Austritt von Flüssigkeit und großen Molekülen aus den Kapillaren in das Gewebe ist die Folge (=Oedem).
Vorbeugung und Behandlung der Venenschwäche:
Eine große Bedeutung in der Vorbeugung und Behandlung haben physikalische Maßnahmen wie:
- Bewegungsübungen (Anregung der Venenmuskelpumpe),
- Kneippsche Anwendungen (Gefäßtraining),
- Stützstrümpfe oder Stützverbände (Kompression der Venen)
- Hochlagern der Beine (Verbesserung des Blutrückflusses zum Herzen)
Zur Unterstützung der physikalischen Maßnahmen sind Zubereitungen aus Heilpflanzen zu empfehlen. Folgende Pflanzen werden bevorzugt zur Venenstärkung eingesetzt:
- Buchweizenkraut (Wirkstoff Rutin):
Rutin erhält die Elastizität der Blutgefäße, insbesondere der kleinsten Adern (Kapillaren). Rutin beugt einer erhöhten Kapillarbrüchigkeit und einer gesteigerten Kapillardurchlässigkeit (=Permeabilität) vor. Eine erhöhte Kapillardurchlässigkeit kann u.a. die Bildung von Oedemen (Flüssigkeitsansammlungen im Zwischenzellgewebe) zur Folge haben. Die Normalisierung der Durchlässigkeit ist durch eine Oedem-Rückbildung, z.B. an den Beinen, zu erkennen.
Rutinpräparate sind somit geeignete Arzneimittel zur Vorbeugung und bei bestehender Arteriosklerose sowie einer "Venenschwäche". - Ginkgo (Wirkstofffe: Flavonoide, Ginkgolide):
Extrakte aus Ginkgoblätter beeinflussen die Fließeigenschaften des Blutes. Das Blut wird "dünnflüssiger" und die Durchblutung der peripheren Gewebe (Beine, Füsse) verbessert. - Mäusedorn (Wirkstoffe: Ruscus-Saponine):
Durch die Behandlung mit Mäusedornextrakt steigt der venöse Druck an, wodurch der venöse Rückstrom zum Herzen verstärkt wird. Dieser Effekt beruht vermutlich auf einer Stimulierung der glatten Venenmuskulatur (Venentonisierung). - Rosskastanie (Wirkstoff Aescin):
Aescin dichtet die Gefäßwände von Kapillaren und Venolen ab und verhindert somit das Eindringen von Blutflüssigkeit in das Gewebe (Transsudation). Der Bildung von Oedemen (Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe) wird somit vorgebeugt. - Steinklee (Wirkstoff Cumarin):
Cumarin wirkt entzündungshemmend und beugt der Bildung von Oedemen vor. Der venöse Rückfluss wird verstärkt. Zudem fördert Cumarin die Lymphzirkulation, was ebenfalls eine Ansammlung von Flüssigkeit in die Zwischenzellgewebe verhindert.
Produkte zur Venenstärkung im Reformhaus:
Im Reformhaus werden eine Vielzahl von Produkten zur Venenstärkung angeboten. Verwendet werden vorwiegend die oben genannten Heilpflanzen.
Angeboten werden vorwiegend folgende Darreichungsformen:
Innerliche Anwendung:
- Dragees
- Kapseln
- Tonika
- Tees
Äußerliche Anwendung:
- Venensalben: Es ist darauf zu achten, dass die Salbe nur ganz leicht ohne Druck aufgetragen wird, um evtl. Gefäßschäden nicht zu verstärken. Das Auftragen sollte immer in Richtung zum Herzen hin erfolgen.
- Venenbäder:
Zu achten ist auf die Temperatur. Hitze fördert die Schädigung der Venen. Venenbäder dürfen nicht zu heiß sein.
Verstopfung
Verstopfung ist eine weitverbreitete Zivilisationskrankheit. Bei einer Obstipation ist der Stuhl hart und trocken. Ein Stuhlgang ist nur alle 2-3 Tage möglich. Der Darm kann normalerweise ohne größere Anstrengung entleert werden. Bei der Obstipation sind größere Kraftanstrengungen bei der Entleerung notwendig, d.h. der Betroffene muss den Stuhl fest herauspressen. Wenn dies über einen längeren Zeitpunkt regelmässig geschieht, können sich Hämorrhoiden ausbilden.
Ursachen der Obstipation:
- falsche, ballaststoffarme Ernährung,
- zu geringe Flüssigkeitszufuhr,
- Bewegungsmangel,
- Störungen des Nervensystems, z.B. durch Stress und Depressionen, aber auch Wirbelsäulenverletzungen,
- Klima- und Ernährungsumstellungen,
- Medikamente,
- Abführmittelmissbrauch (z.B. häufige Einnahme von apothekenpflichtigen Abführmitteln),
- Darmerkrankungen,
- Hektik (nie Zeit haben und nehmen),
- veränderte Darmflora ,
- Störungen der Funktion der Zwerchfell- und Bauchmuskulatur.
Folgen der Obstipation:
Ein fester, harter Stuhl hat eine wesentlich längere Passagezeit im Darm als ein Normalstuhl. Dadurch verweilen die sog. Fäulnisprodukte (von den Darmbakterien werden vor allem Eiweißbestandteile zu giftigen Endprodukten abgebaut) länger im Darm und werden vom Organismus resorbiert bzw. verändern negativ die Zusammensetzung der Darmflora . Dies hat weitgehende Folgen auf den gesamten Organismus, wie z.B. Schwächung der Immunabwehr und verstärkte Leberbelastung.
Ernährung:
Ein wesentlicher Faktor ist die Umstellung der Ernährung auf eine vollwertige ballaststoffreiche Kost, d.h. ausreichender Verzehr von Vollkornprodukten, Obst und Gemüse (wegen der zusätzlich blähenden Eigenschaften sind Hülsenfrüchte in der Anfangsphase der Umstellung noch nicht zu empfehlen) aber auch Produkte mit einem erhöhten Gehalt an L(+)-Milchsäure und Kalium , wie Sauermilcherzeugnisse, Gemüsemoste und milchsaures Gemüse. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nur solche Lebensmittel verzehrt werden, deren Milchsäuregehalt überwiegend aus L(+)-Milchsäure besteht, wie dies bei den betreffenden Erzeugnissen des neuform -Vertragswaren-Sortimentes der Fall ist.
Nahrungsergänzung:
Sinnvolle Nahrungsergänzungsmittel sind:
Leinsamen , Flohsamen , Weizenkleie, Haferkleie, Pektin , Agar-Agar und Senfkörner.
Zur weiteren Unterstützung sollten gleichzeitig:
Milchzucker, Sauerkraut , Sauerkrautsaft, Pflaumensaft und eingeweichte Trokenpflaumen eingenommen werden (siehe Reformhausangebot).
Die Gesamtflüssigkeitszufuhr muss auf mindestens 2 Liter pro Tag erhöht werden. Bei zusätzlicher Einnahme von Leinsamen, Flohsamen und vor allen Dingen bei Kleie muss die Gesamtflüssigkeitszufuhr mindestens 2,5-3 Liter betragen. Bevorzugt werden sollten hier Mineralwasser , Gemüsesäfte und -moste sowie Molke und Kräutertees.
Sonstiges:
Die Darmflora wird vor allem durch die Zufuhr von überwiegend L(+)-Milchsäure-haltigen Produkten, Milchzucker, löslichen Ballaststoffen (Pektine, Hemicellulose, Schleime) und Sauerkraut regeneriert.
Während Milchzucker und die löslichen Ballaststoffe für die Bakterien wichtige Energielieferanten darstellen und somit auch die Vermehrung fördern, hilft die Milchsäure den pH-Wert im Dickdarm zu regulieren. Dadurch können sich unerwünschte krankmachende Keime nicht ausbreiten. Die Mikroorganismen bauen die löslichen Ballaststoffe vorwiegend zu Kohlendioxid, Wasser und kurzkettigen Fettsäuren (Essigsäure, Buttersäure und dergleichen) ab. Diese Substanzen sind physiologisch verträglich. Die an die löslichen Ballaststoffe gebundenen Gallensäuren werden durch die schnellere Darmpassage beschleunigt ausgeschieden. Eine zusätzliche Resorption der Gallensäure findet im Dickdarm nicht statt.
Weitere Maßnahmen:
- Körperliche Bewegung,
- Bauchmassage,
- Behandlung mit feucht-warmen Wickel,
- Abbau von Stress und Hektik durch z.B. Entspannungsübungen,
- Atmungsübungen,
- "Sitzzeitpunkt" festlegen und einhalten (lernen, sich wieder zu einer bestimmten Tageszeit zu entleeren - Konditionierung).
Reformhausangebot bei Verstopfung:
- Vielzahl vollwertiger, ballaststoffreicher Lebensmittel:
- Für die Umstellung besonders hilfreiche Lebensmittel:
Sauerkraut, Milchsaure Gemüse, Sauermilchprodukte (Sanoghurt, Molke u.a.), Sauerkrautsaft, Gemüsemoste (Karotten-, Sellerie-, Rote Bete-Saft), Molke- Kwass , Trockenpflaumen, Feigen , Vollfrucht Trockenpflaume, Pflaumen eingelegt in Apfelsaft, Pflaumentrunk plus, Rabenhorst Pflaumli. - Ballaststoff-/Schleimhaltige Arzneimittel gegen Verstopfung:
- Monopräparate: Leinsamen , gelber Leinsamen (z.B. Linusit, Granogold), Indischer Flohsamen (z.B. Natupur), Senfkörner, Weizenkleie, Weizenkleie-Kautabletten, Haferkleie, Agar-Agar
- Biologisch wirksame Abführhilfen:
Milchzucker, Lact'Or, Molkur, Joghurella, Zwiebelpflanzensaft - Osmotisch wirkende Abführhilfen:
Pronatura Früchtewürfel, Frugelletten N, Feigenextrakt + Milchzucker, Manna-Feigensirup N - Kombinations- und Mischpräparate:
Leinsamen+Feigenextrakt+Milchzucker, Leinsaat-Honig-granulat-Linomel, Leinsaat-Molkemischung-Flüggelin, Cholestoform, Bonusit, Pommler 2x täglich Darmpflege, Pectoplus, Pektin K
Wechseljahre
Die Wechseljahre kennzeichnen den Eintritt in eine neue Lebensphase der Frau in den mittleren Jahren. Sie sind ein natürlicher körperlicher Vorgang und kein krankhafter Prozess. Dennoch können in dieser Zeit der komplizierten körperlichen und auch psychischen Umstellungen vielfältige Beschwerden auftreten.
Das Erleben der körperlichen und seelischen Veränderungen in den Wechseljahren ist individuell verschieden und ist stark abhängig vom Auftreten und der Intensität typischer Wechseljahresbeschwerden wie z.B. Hitzewallungen, Kreislaufbeschwerden oder Stimmungsschwankungen.
Die gesamte Übergangszeit der Wechseljahre wird als Klimakterium bezeichnet. In dieser Zeit, also etwa zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr kommt es zu einer stark verminderten Ausschüttung der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron.
Die Folge können zum einen Funktionsstörungen sein, die sich als typische Wechseljahresbeschwerden äußern, wie
- Hitzewallungen,
- Nervosität,
- Schlafstörungen,
- depressive Verstimmungen und
- Kreislaufstörungen.
Zudem beeinflussen Östrogene in starkem Maße verschiedene Organsysteme und Gewebe wie Haut und Schleimhäute, Scheide, Harnblase und -röhre, Gelenke und Knochen. Sie haben zudem Einfluss auf den Fettstoffwechsel, die Blutgefäße und den Blutdruck.
Wechseljahre und Krankheitsrisiken:
Vor allem in Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schleimhautveränderungen und Osteoporose gelten die Östrogene als Schutzstoffe. Infolge der verminderten Ausschüttung steigt somit das Risiko für bestimmte Krankheiten. Besonders häufig leiden betroffene Frauen unter folgenden Erkrankungen/Störungen:
- Harninkontinenz durch die Rückbildung der Blasenschleimhaut und dadurch bedingte entzündliche Prozesse kann es zu Störungen der Blasenfunktion kommen, die sich vor allem in unwillkürlichem Harnabgang (Inkontinenz) äußern.
- Knochenbrüchigkeit ( Osteoporose ) beginnend mit dem Klimakterium wird vermehrt Knochensubstanz abgebaut, nicht zuletzt aufgrund der nun nicht mehr benötigten Calciumvorräte. Die Knochen dienen insbesondere in Schwangerschaft und Stillzeit als wichtige Calciumspeicher des Körpers.
- Herzinfarkt und Schlaganfall bis zu den Wechseljahren sind die Frauen aufgrund ihrer physiologischen Östrogenausschüttung vor der Arteriosklerose und ihren Folgeerkrankungen recht gut geschützt. Infolge des Östrogenabfalls im Klimakterium gleicht sich das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko der Frauen dem der Männer an.
Östrogenbehandlung:
In der so genannten Schulmedizin gilt die Östrogentherapie, also die arzneiliche Verabreichung von Östrogenpräparaten, als eine der wichtigsten präventiven Maßnahmen zur Verhinderung der genannten Wechseljahresbeschwerden und des erhöhten Krankheitsrisikos.
Viele Frauen haben starke Vorurteile und Bedenken gegen die Östrogensubstitution, nicht zuletzt aufgrund möglicher Nebenwirkungen und einer immer wieder diskutierten Erhöhung des Krebsrisikos. Die Entscheidung über eine Hormonbehandlung sollte individuell in einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt getroffen werden.
Dabei müssen eine Reihe von individuellen Faktoren berücksichtigt werden wie z.B.:
- der Zeitpunkt der Menopause,
- ein evtl. Krebsrisiko und
- der allgemeine Gesundheitszustand.
Wechseljahre und Ernährung:
Eine vollwertige und ausgewogene Ernährung ist einer der Grundpfeiler für eine wirksame Vorbeugung gegenüber den Wechseljahresbeschwerden und evtl. resultierender Krankheiten.
Die Beachtung der Prinzipien in der Grunddiät ist die Basis der Ernährung in den Wechseljahren.
Unter Berücksichtigung spezieller Aspekte in den Wechseljahren ergeben sich folgende Empfehlungen:
Reichlicher Verzehr von Calcium - und Vitamin D -reichen Lebensmitteln zur Vorbeugung der Osteoporose;
Reichlicher Verzehr von pflanzlichen Lebensmittel mit Phytoöstrogenen es gibt Hinweise darauf, dass Wechseljahresbeschwerden bei hohem Verzehr von phytoöstrogenreichen Lebensmitteln (Sojaprodukte, Nüsse und Samen, Roggen ) bedeutend weniger auftreten.
Naturheilmittel in den Wechseljahren:
Die Empfehlungen für Naturheilmittel in den Wechseljahren stützen sich auf folgende Ansatzpunkte:
- Vermehrte Gabe von Naturstoffen mit "hormonähnlichen" Wirkungen ; Bewährt haben sich hierbei die folgenden Stoffe, die zum Teil auch in Kombinationspräparaten gute Wirkungen zeigen: Vitamine E, Gelee Royale, Ginseng , spezielle Nahrungsergänzung mit Phytoöstrogenen (z.B. auf Sojabasis)
- Vorbeugung und Behandlung typischer Wechseljahresbeschwerden mit den jeweiligen organfunktionsstärkenden Naturarzneimitteln:
- Arteriosklerose: Bärlauch, Knoblauch, Buchweizenkraut
- Blase, ableitende Harnwege: Kürbiskerne, Sabalfrüchte, Pflanzen mit harntreibender Wirkung wie Bohnenschalen, Brennnesselkraut, Löwenzahnkraut mit Wurzeln, Zinnkraut;
- Kreislaufstörungen: Weißdornblätter, -blüten und -früchte
- Stimmungsschwankungen: Johanniskraut, Kawa Kawa
- Hitzewallungen und Schweißausbrüche: Kombinationen von Ginseng, Gelee Royale und Vitamin E, Salbeiblätter
- Nervosität, Schlafstörungen und Stress: Ginseng, Magnesium, Lecithin, Baldrian, Melisse, Hopfen, Lavendel
Sonstige Empfehlungen für die Wechseljahre:
Den vegetativen Beschwerden des Klimakteriums kann aktiv begegnet werden. Starkes Rauchen und übermäßiger Alkohol - sowie Kaffeegenuss sollten vermieden werden, da sie eine Osteoporose begünstigen und die vegetativen Beschwerden fördern.
Wechselduschen, Gymnastik, evtl. auch spezielle Beckenbodengymnastik und ein Ausdauertraining am besten in der frischen Luft, lindert die typischen Wechseljahresbeschwerden erheblich und stabilisiert Herz und Kreislauf.
Zöliakie
Die Zöliakie, bei Erwachsenen auch Sprue genannt, ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Sie ist zurückzuführen auf eine Unverträglichkeit der Getreidesorten Weizen , Dinkel , Roggen , Gerste und Hafer . Die Betroffenen müssen lebenslang eine strikt glutenfreie Ernährung einhalten.
Ursachen:
Die Ursachen sind nicht völlig geklärt. Auf jeden Fall handelt es sich um eine ererbte immunologische Reaktion gegen das Gluten . Vermutlich setzen bestimmte äußere Ereignisse - wie z.B. eine Darminfektion - eine ererbte immunologische Reaktion gegen das Gluten in Gang. Die nachfolgende heftige Entzündung führt dann zur Zerstörung der Dünndarmschleimhaut.
Symptome und Folgen:
Durch die Einwirkung des Glutens kommt es nach Wochen bzw. Monaten zu einer akuten Entzündung des Dünndarms, in deren Verlauf die Dünndarmzotten abflachen bzw. ganz verschwinden. Bei erwachsenen Sprue-Patienten ist die Abflachung meist nicht so extrem. Die Reduzierung der Dünndarmzotten verursacht eine ungenügende Nahrungsaufnahme (Eiweiß, Kohlenhydrate , Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente ). Gleichzeitig wächst das Stuhlvolumen.
Beim Kind treten die Krankheitszeichen im allgemeinen in der 2. Hälfte der Säuglingszeit auf, wenn vom Stillen auf Beikost übergegangen wird. Krankheitssymptome sind Appetitlosigkeit, gelegentliches Erbrechen und weiche, massige und übelriechende Stühle. Gewichtsstillstand und Gewichtsabnahme bei zunächst noch normalem Längenwachstum sind weitere Merkmale. Die Kranken sind apathisch und überempfindlich. Besonders auffallend ist jedoch der aufgeblähte Leib im Kontrast zur Abmagerung des übrigen Körpers. Tritt die Erkrankung im Erwachsenenalter auf, kann sie als "stille Zöliakie" mit unspezifischen Symptomen wie Abwehrschwäche, Magen-Darmbeschwerden, Blähungen oder sogar symptomlos erscheinen.
Diagnose:
Es gibt verschiedene Methoden, eine Zöliakie zu diagnostizieren.
Die sichere Methode ist eine Kombination aus Blutuntersuchung auf Antikörper und einer Dünndarmsaugbiopsie, eine ungefährliche Untersuchung, die in jedem Lebensalter und unabhängig vom Krankheitszustand des Patienten durchgeführt werden kann. Kommt es außerdem nach glutenfreier Ernährung zu einer Besserung der Symptome ist die Diagnose eindeutig.
Therapie:
Die Behandlung besteht allein in einer ständigen, lebenslangen glutenfreien Ernährung. Dabei ist die glutenfreie Kost nicht als Diät im üblichen Sinne zu verstehen, sondern als lebenslang notwendiges und unverzichtbares Heilmittel im Sinne eines Medikamentes. Bei Einhaltung der Diät gewinnt die Dünndarmschleimhaut in der Regel ihre normale Gestalt und Funktion wieder zurück. Wird die glutenfreie Ernährung nicht eingehalten, setzt die Schädigung des Dünndarms wieder ein. Dabei sagt das Ausbleiben der Symptome unter Normalkost nichts über den Zustand der Schleimhaut aus!
Nach mehreren Jahren glutenfreier Ernährung scheint die Normalkost bei einem Großteil der Patienten wieder toleriert zu werden. In Wirklichkeit kommt es aber erneut zu Dünndarmveränderungen, die nur bioptisch nachweisbar sind und durch Teile des noch intakten Dünndarms weitgehend kompensiert werden können.
Erlaubte Nahrungsmittel:
- Glutenfreie Getreide und Lebensmittel mit getreideähnlicher Verwendung: Amaranth , Buchweizen , Hirse (Teff- Hirse ), Mais , Quinoa , Reis , Soja , Wildreis.
- Alle Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Fleisch, Fisch, Milch , Nüsse, Obst , Gemüse
Verbotene Nahrungsmittel:
- Speisen, in denen Bestandteile aus Weizen , Dinkel , Kamut , Grünkern, Einkorn, Roggen , Gerste und Hafer enthalten sind ( Brot , Nudeln, Paniermehl, Kuchen, Gebäck, gebundene Soßen usw.).
- Vorsicht bei Fertigprodukten (Puddingpulver, Püree, Konserven u.a.), Füllungen und Soßen, denen Gluten oft als technischer Hilfsstoff zugesetzt werden darf.
Begleitende diätetische Maßnahmen:
Sie sind meist nur so lange erforderlich, bis sich die Darmschleimhaut unter glutenfreier Kost wieder regeneriert hat.
- Vorübergehend milchfrei, wenn eine Laktoseunverträglichkeit besteht Alternativen: Sojadrink und Mandelmilch; milchzuckerarme Milchprodukte wie Käse und Quark werden jedoch meist gut vertragen
- Einsatz von MCT-Fetten (mittelkettige Fette) bei Fettstuhl
- Erhöhte Energiezufuhr bei Untergewicht
- Verteilung der Nährstoffe auf viele, kleine Mahlzeiten
- Vermeidung aller blähenden Speisen
- Evtl. vorübergehende Ergänzung von Vitaminen und Mineralstoffen
- zur Vorbeugung von Osteoporose ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin D
Wichtig ist auch, dass die Kontaktpersonen (Erzieherinnen, Lehrer, Verwandte usw.) von den Eltern des Kindes über das Krankheitsbild und die diätetischen Notwendigkeiten aufgeklärt werden. Parallel dazu sollte auch das Kind früh in die Verantwortung für seine glutenfreie Ernährung miteinbezogen werden, ohne es dabei in eine Außenseiterrolle zu drängen.
Reformhausangebot bei Zöliakie und Sprue:
- Als wichtigster Leitsatz für die Einhaltung einer glutenfreien Ernährung muss der Grundsatz gelten, dass der Zöliakie-
kranke all das meiden soll, dessen Glutenfreiheit ihm nicht bekannt ist. Im Reformhaus gibt es eine Liste glutenfreier Lebensmittel, in der alle glutenfreien Lebensmittel des
neuform -Vertragswarensortimentes aufgeführt sind. - Vielzahl vollwertiger Lebensmittel laut Liste glutenfreier Lebensmittel;
- Vielzahl von diätetischen Lebensmitteln für die glutenfreie Ernährung (Bezugsquellen-Nachweis Glutenfreie Lebensmittel);
- Vielzahl von Nahrungsergänzungsmitteln (Vitamin- und Mineralstoffpräparate) für die erste Phase der Behandlung.